Warten – auf Godot oder Wunder?

Es spricht sicher einiges dafür, sich das, was man will, (mehr oder weniger genau) vorzustellen. Die Frage ist nur, was dem als nächstes folgt … und ich glaube, jenseits des Wartens auf Godot lässt sich an der eigenen Mechanik ganz sicher das eine oder andere verbessern.

  • Bin ich wirklich diszipliniert genug? Oder ist es nicht an der Zeit, die eine oder andere Schraube bei mir anzuziehen?
    Auch wenn es mühsam sein sollte, an diesen Schräubchen zu drehen, ist es den Aufwand allemal wert!
  • Drücke ich mich vor unangenehmen Schritten?
    Ängste zu überwinden ist in vielen Fällen Grundvoraussetzung, selbstgesteckte Ziele erreichen zu können.

Nun lehrt mich aber die Selbsterfahrung, dass es selten länger als ein paar Tage lang funktioniert, bestimmte Hebel rigoros umzulegen (obwohl es solche Hebel gibt, die nur rigoros umgelegt werden können). Gewohnheit ist eine mächtige Mühle …

Besser ist, jedenfalls bei mir, sich selbst wie den eigenen Sohn zu betrachten, der ganz sanft – und doch bestimmt – manchmal in sehr, sehr kleinen Schritten zu einem konstruktiveren Verhalten geführt werden muss. Tag für Tag. Woche für Woche. Monat für Monat. Und zwar nicht nur in der Vorstellung, sondern in dieser wirkenden Welt.

Es gibt Untersuchungen die belegen, dass sich einfache Gewohnheiten zuzulegen, etwa zehn bis vierzehn Tage braucht – tägliche Übung vorausgesetzt. Schwierigere (sprich: unangenehmere) Gewohnheiten können durchaus länger als ein Jahr brauchen, ehe sie wirklich wirksam werden.

So betrachtet gibt es zwischen der Vorstellung und dem Eintreffen des Wunders eine Menge zu tun – es sei denn, man hielte Wunder für das Warten auf Godot … ich jedoch glaube, dass das Wirken von Wundern unser aller täglich Brot sein sollte.

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