Die beste Zeit

Wünschen wir uns nicht alle, den Flow zu erwischen? Den Sweet Spot? Die Welle?

Aber was dann? Ganz gleich, wie geil die Welle ist, die man reitet, sie wird enden! Manchmal lässt sich schnell noch auf eine andere wechseln, aber wie auch immer, jede Welle trägt einen näher an den Strand, näher an den Punkt, an dem sie ausläuft und endet. Was dann?

Früher oder später muss man sich neu orientieren. Würde man Lynch/Kordis‘ Delphin-Strategien folgen, wäre der Punkt des Aussteigens kurz bevor die Welle ihren Zenit erreicht, weil sie da am energiereichsten ist – aber seien wir ehrlich: Wer hört schon gerne auf, wenn es gerade am schönsten ist? Wer findet schon Gründe für einen Ausstieg, wenn es gerade richtig gut läuft und man nirgendwo lieber wäre als genau hier: auf dieser Welle?

Vielleicht wird es nicht jeden treffen, tatsächlich aber glaube ich, früher oder später werden die meisten durch ein finsteres Tal gehen müssen. Durch eine Zeit, in der nichts wirklich Spaß macht, nichts wirklich interessant scheint – jedenfalls nicht interessant genug, um es zu verfolgen. Oder eine Zeit, in der nichts wirklich gelingen will.

Tatsächlich aber ist das die beste Zeit! Man lernt, kleine Gewinne einzustreichen. Ganz kleine. Kaum merkliche. Aber eben Gewinne! Man lernt, sich wieder(?) aufs Wesentliche zu konzentrieren und Dinge hinter sich zu lassen, von denen man vielleicht (zu?) lange dachte, sie seien unverzichtbar. Es ist die Zeit, in der man das in sich (wieder) entdeckt, was nie weg war, immer da, und unzerstörbar ist: Die eigene Unabhängigkeit! Die Unabhängigkeit, zu denken, was man denken will, zu glauben, an was man glauben will, und frei zu sein von Emotionen – nicht, in dem man keine hat, sondern in dem man lernt, sie zu leiten.

Es ist die beste Zeit! Denn es ist der Anfang, nicht das Ende …

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