Dinge? Ideen? Zeitgeist?

Was bieten Sie an: Bilder, die digital verfremdet wurden? Patchwork-Wickeldecken? Christbaum-Schmuck? Handgesiedete Seifen oder handgeschöpftes Papier? Selbstgekochte Marmeladen? Edelstein-Halsketten?

Dann bieten Sie Dinge an, deren Preis vergleichbar ist. Kunden werden Dinge auf Grund des Preises kaufen. Dinge, die sie gerade brauchen oder nicht und dadurch ihren Wert erhalten. Nicht durch Sie!

Bieten Sie Krebstherapien an oder spirituelles Selbstmanagement? Ganzheitliches Corporate Design oder astrologische Schwangerschaftsberatung? Fitness-Workouts oder Selbsthypnose-Kurse?

Dann bieten Sie Ideen an, deren Wert aus dem Zeitgeist entsteht und finden Kunden, die auf eben diesem Zeitgeist surfen – und laufen irgendwann beidem hinterher … wenn Sie das nicht schon tun!

Haben Sie nicht auch manchmal das Gefühl, dass Menschen auf der Suche sind? Auf der Suche nach der einen Geschichte, die sie an ihre Träume erinnert? An ihre Träume von einem besseren oder schöneren oder sinnvolleren Leben?

Träume sind oft an Symbole gekoppelt! Schmuck ist immer schon Symbol für die Fähigkeit gewesen, sich über die Tristesse des nackten Überlebens erheben zu können – vom Traum, als einzigartiges Individuum aus der Masse hervorzutreten und wahrgenommen zu werden. Düfte transportieren oft tiefe und alte Sehnsüchte und suchen daher nach Trägern, die sie ins Bewusstsein bringen – wie Seifen, Parfums oder Blumen, die dadurch zu Symbolen werden und ihrerseits magisch Menschen anziehen. Kunst ist oft Symbol für den Traum, schöpferisch zu sein und fähig – und auch so zu leben.

Menschen sind eher auf der Suche nach der einen Geschichte, die den innersten, geheimsten Traum wachruft, weshalb man in dieses Leben gekommen ist. Das eher als nach Nahrung, denn ein Leben in Armut und mit einem leeren Bauch ist erträglicher, wenn man in sich das Feuer der Schöpfungskraft fühlt. Wenn man davon träumen kann, ein größeres Leben formen zu können. Und diese eine Geschichte, wie schon gesagt, entzündet sich oft an einem Symbol.

Wäre es da nicht besser, über Geschichten und Träume nachzudenken und über Symbole, die diese Träume wachrufen, als Dinge zu produzieren, die man gut verticken kann? Wäre es nicht besser, den Zeitgeist zu unterwandern, als von ihm abhängig zu sein?

Wenn es stimmt, dass Sie mit Ihren Kunden im Inneren verbunden sind, ehe es zum Umsatz kommt, finden Sie die Geschichten und dazugehörenden Symbole in sich selbst – wo sonst?

Storytelling ist nicht allzu schwierig, Storyfinding dagegen schon.

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