Merkelbrück

Isses nicht erstaunlich? Jeder zweite Deutsche hatte die Absicht, sich das Duell Merkel-Steinbrück anzuschauen … was für ein Duell? Am Ende waren es nicht ganz so viele Zuschauer, aber, pardon: aus meiner Sicht waren es immer noch viel zu viele!

Dass zwei professionelle, erfahrene Politiker vor der Kamera nur das sagen werden, was sie sagen wollen, wusste man von vornherein. Und dass Moderatoren (oder sollte ich wirklich Journalisten sagen?) das nicht ändern können, schon gar nicht, wenn sich jedesmal einer hinter dem anderen anstellen muss, das wusste man auch. So what?

Wäre ein Besuch im richtigen Theater nicht viel anspruchsvoller gewesen? Und sinnvoller? Oder gar zu anspruchsvoll? Deshalb lieber die Couch und die Chips?

Ich hatte mich heute u.a. mit der Frage beschäftigt, ob es in Deutschland sagen wir seit 2009 ein wachsendes Interesse daran gibt, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Antwort: Nein, es pendelt um einen gleichbleibenden Wert herum. Auch eine kürzlich veröffentlichte Umfrage bestätigt das: Die überwältigende Mehrheit der Deutschen will kein eigenes Unternehmen. Na ja, ok, dann ist das eben so

Gleichzeitig aber ist es so, dass im selben Zeitraum Burnout-Erkrankungen, Depressionen durch Arbeitsüberlastung und innere Kündigungen deutlich angestiegen sind. Wenn ich aber vom augenblicklichen Arbeitsplatz nicht weg komme und falls doch mich am nächsten Arbeitsplatz die gleichen Bedingungen erwarten, dann kann das doch keine Alternative sein, oder?

Und ich überlege jetzt, ob tatsächlich so viele abhängig Beschäftigte ernsthaft glauben, die Politik würde oder wird ihre Probleme lösen – denn: Sie kann es nicht! Dazu ist die Welt zu komplex, die Sprache zu ungenau und es wäre das erste Mal, wenn durch das Lösen eines Problems keine zwei neue auftauchten.

Die Politik kann unsere Probleme nicht lösen, das können wir nur selbst!

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