Schatten

Schatten machen die Wirkung von Licht erst vollständig – und gerade wenn man am Strand liegt ist es gut, Schatten zu haben.

Interessanterweise wird Schatten im Vergleich mit Licht eher negativ gewertet – als handele es sich umd die dunkle Seite der Macht 🙂

Nasim Taleb hat mit seinem Buch The Black Swan gezeigt, dass Schatten eben nicht nur negativ, sondern auch positiv sein können und wie sehr sie unser Leben mitbestimmen.

Nehmen wir Kunst und Kultur. Man kann sehr genau messen, wieviel Geld wir als Gesellschaft in diese Bereiche investieren – und wenn Geld knapp wird (wann eigentlich nicht?!), sind es fast immer zuerst Kunst und Kultur, an denen sich Rotstifttäter austoben. Eben weil man die Höhe der Ausgaben messen kann. Nehmen wir ein Opernhaus und rechnen gegen die Ausgaben die Einnahmen, steht unterm Strich immer ein Verlust – und wir wollen uns an dieser Stelle schenken, warum das so ist.

„Wir können nicht endlos Theater und Musik subventionieren – schon gar nicht, wenn wir schlicht kein Geld mehr dafür haben …” ist das Standardargument.

Wer aber sagt, wieviel es uns kostet, wenn wir nichts in Kunst und Kultur investieren? Wer kann das beziffern?

Otto Schily sagte einmal in seiner Zeit als Bundesinnenminister:

„In einer Gesellschaft, in der sich das Musizieren in der Schule auf eine Wochenstunde beschränkt, darf man sich nicht wundern, wenn die Gewalt zunimmt.”

Das ist ein starkes Argument, Licht in den Schatten zu werfen …

Aber auch bei uns selbst ist das nicht viel anders. Viele haben die Neigung, ihre scheinbaren Schwächen als wirkliche Schwächen an und für sich selbst stehen zu lassen, statt sich zu fragen, was eigentlich wäre, wenn diese Schwäche eine Stärke wäre? Sie glauben, ihre Schatten verhinderten das Licht – obwohl es die Schatten sind, die das Licht beweisen!

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