Wachablösung?

War es je leichter zu publizieren als heute? Hatte man je eine größere Themenfülle? Böte das nicht eine fantastische Möglichkeit, ein kleines aber feines Geschäftchen aufzuziehen? Wenigstens nebenher?

Tatsächlich ist in den letzten fünf Jahren das Interesse daran, ein Buch zu veröffentlichen, ziemlich gleich geblieben. Und das scheint mir auch plausibel, denn das alte Kulturmedium Buch verliert beinahe täglich mehr Interessenten.

Im gleichen Zeitraum ist dagegen das Interesse daran, ein e-Book zu veröffentlichen stark angestiegen. Es hat sich fast verdreifacht. Und auch das scheint mir ganz plausibel, denn offensichtlich führt der tägliche Umgang mit der Informationsfülle des Web zu der Idee, selbst auch einen Beitrag leisten zu wollen.

Regelrecht explodiert ist das Interesse an einer Publikation via Kindle, den e-Reader von Amazon. In den vergangen vier Jahren hat sich das Interesse daran fast verzehnfacht!

Stellt sich die Frage, ob sich das Interesse am Publizieren auch in der Idee niederschlägt, sich – wenigstens nebenberuflich – selbstständig zu machen.

Und das scheint definitiv nicht der Fall zu sein.

Im Verlauf der letzten fünf Jahre pendelte das Interesse daran, sich selbstständig zu machen, relativ mutlos um den gleichen Ausgangswert herum, während das Interesse an einer nebenberuflichen Selbstständigkeit, nach kurzem Anstieg eher stetig fällt.

Mein kurzes Fazit: Das Interesse der Deutschen am Publizieren – vor allem elektronisch – wächst immens, die Idee, daraus ein Business zu machen, nicht. Eine Wachablösung gibt es also in Sachen Publikationsmedium, nicht aber in der Vorstellung, sich über das Web einen Businessanteil zu sichern.

Sagt mir mein Gefühl: Typisch Deutsch – Sicherheit scheint vorzugehen, auch, wenn es sich um eine Scheinsicherheit handelt …

Comments on this entry are closed.