Wie Kinder

Natürlich wäre es zu einfach, alle Schuld und Verantwortung auf die Politik zu schieben – schließlich treffen wir eigene Entscheidungen … tun wir doch, oder?

Das mit eigene Entscheidungen treffen ist so eine Sache: Nur weil etwas aus dem eigenen Inneren aufsteigt und sich an der Oberfläche unseres Bewusstseins bemerkbar macht, ist es noch lange nicht von uns!

Beim Atom angekommen, meinten wir, endlich am Ziel zu sein. Jetzt haben wir das Atomos gefunden, welches sich nicht mehr spalten lässt. Es ist reine Materie ohne Form. Doch dann kam Lord Rutherford und zeigte, dass auch dieses Atom noch eine Struktur hat. Wieder musste man das Beil nehmen und nachsehen, wie es im Inneren des Atoms ausschaut. Man fand eine Struktur, die einem Planetensystem glich, mit einem schweren Kern und, diesen umkreisend, leichteren Elektronen, zusammengehalten jedoch durch elektrische Kräfte. Es erschien leicht, es in Analogie zu unserem bekannten gravitativ zusammengehaltenen Planetensystem zu verstehen, und mechanistisch zu erklären. Doch dies misslang: Das elektrische Planetensystem funktioniert nicht, es ist nicht stabil. Und jetzt ist es passiert: Es widerspricht den Naturgesetzen, so wie wir sie kannten!

Die Naturgesetze der Mechanik sind so einfach, dass uns nicht die Ausrede bleibt, wir haben das System noch nicht ganz verstanden und werden schon irgendwann eine Lösung finden. Es bleibt nur die Folgerung: Die bisherigen Naturgesetze sind im Grunde falsch und, welche Überraschung, wir müssen feststellen, es gibt die Materie im Grund nicht mehr. Es gibt letzten Endes nur noch eine Art Schwingung. Es gibt streng genommen keine Elektronen, es gibt keinen Atormkern, sie sind eigentlich nur Schwingungsfiguren.

Prof. Hans-Peter Dürr,
Was unsere Welt im Innersten zusammenhält

Upps!

Klingt ziemlich esoterisch, nicht wahr? Prof. Hans-Peter Dürr, ist aber kein Esoteriker. Er ist Quantenphysiker und leitete lange Zeit das Max-Planck-Institut für Physik in München.

Vereinfacht formuliert meint Dürr, Materie ist im Grunde nichts anderes als sich vielfach überlappende Lichtwellen, die wie feste Teilchen wirken aber keine sind. Und ohne jetzt zu sehr darauf einzugehen: Die Folge ist, dass Licht von überall her auf uns einströmt und mit dem Bündel Licht, das wir selbst sind, interagiert … sprich: zusammenwirkt. Woraus sich die Frage ergibt: Was ist von uns und was nicht?

Politik, Erziehung, Bildung(ssystem) sind so gesehen organisierte Schwingungsverbände, die ihre Kräfte hauptsächlich aus kultureller Übereinkunft beziehen. Deshalb spielen sie eine so große Rolle bei der persönlichen Entscheidungsfindung. Sie haben sich so sehr mit der Musik des Einzelnen verknüpft, dass sie kaum noch vom eigentlichen Individuum zu unterscheiden sind – und von außen her lässt sich diese Unterscheidung schon gleich gar nicht treffen!

Das, was uns selbst ausmacht, lässt sich im Grunde nur in der eigenen inneren Stille finden – und nicht durch intellektuelle Analyse oder Schlussfolgerung.

Interessant in diesem Zusammenhang ist der Anfang der Bibel:

Am Anfang war das Wort &#133

und Wort kommt in diesem Falle aus dem griechischen Logos und meint in der christlichen Welt das ewige Denken des einen Gottes.

Wir haben also die Möglichkeit, uns von Strömungen aus Politik, Kultur, Bildung und Erziehung zu unterscheiden – aber, seien wir ehrlich: Gewohnt sind wir es nicht! Wer hat auch schon Zeit, bei jeder Entscheidung immer erst sein Innerstes zu konsultieren und zu fragen: „Lieber Gott, was meinst du? Will ich jetzt zu Mc Donalds?

Aber vielleicht muss man das auch gar nicht. Vielleicht reicht es schon, sich nicht zu sehr mit der eigenen Meinung und den eigenen Entscheidungen zu identifizieren. So würde Raum für Entwicklung geschaffen – und wir könnten uns immer auch ganz einfach nur irren …

… und wenn wir uns irren könnten, na ja, dann könnten sich die anderen ja auch irren – und vielleicht muss man dann das auch nicht so wahnsinnig Ernst nehmen?

Und plötzlich könnten wir wieder wie Kinder sein …

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