Angst und Hier und Jetzt

Immer findet sich Entwicklung, immer finden sich Entwicklungsstufen. Und oft steckt man eine Weile auf der jeweiligen Stufe fest.

RK-F
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Nehmen wir an, Lieschen Müller hatte ein Nagelstudio eröffnet, um Frauen durch kunstvoll verschnörkelte Fingernägel aufzupeppen – und ging dabei grandios Pleite. Jetzt bekommt sie eine zweite Chance – mit einer Partnerin zusammen. Und sie zögert. Verständlich, nicht wahr?

Aber warum? Weil Sie schon mal Pleite gegangen war und jetzt Angst hat, noch mal abzustürzen? Kann sehr gut sein. Sie hatte eine traumatische Erfahrung und die wohl noch nicht verarbeitet – deshalb ist sie jetzt so zögerlich. Klingt plausibel.

Aber eben so gut kann es sein, dass ihr die Kraft fehlt, sich in ihrem Herzen fest mit ihrem Ziel zu verbinden! Dass ihr die Stärke fehlt, zu sein was sie sein möchte. Was nebenbei gleich noch erklären würde, weshalb sie schon beim ersten Versuch gescheitert war …

Psychologisch betrachtet führt Angst zu Hemmung, spirituell betrachtet führt Hemmung zu Angst! Es heißt, Verzögerung sei die Mutter der Angst. Erstaunlich, nicht wahr?

Ist das wichtig? Absolut! Ist Angst die Ursache für Hemmung(en), lässt sich das mit psychologischen Mitteln in den Griff kriegen (Stichwort: Happiness). Ist Angst die Wirkung von Verzögerung, hat sie also eine spirituelle Ursache, wäre genau das, was psychologisch hilft, schädlich!

Die Verzögerung liegt in den unterschiedlichen Geschwindigkeiten Ihrer Körper. Mit ihrem Gedankenkörper können Sie ganz mühelos in die Zeit Ihrer größten Triumpfe reisen: Hauen Sie sich auf die Couch, machen Sie die Augen zu und einen kleinen Moment später sind Sie angekommen. Aber ihr physischer Körper braucht dafür vielleicht Jahre! Er muss ja die gesamte physische Realität in das verwandeln, was Sie mit Ihrem Gedankenkörper betrachten.

Und doch ist alles Hier und Jetzt. Der Schlüssel liegt in der Kontrolle der Aufmerksamkeit – in der Wachsamkeit, wo der eigene Gedankenkörper gerade ist. Und wo er sein sollte … und in einer gehörigen Portion Sanftmut den eigenen Schwächen gegenüber, denn wenn die Freude am Leben einer trockenen Askese Platz machen muss, um anzukommen, würde ich persönlich den längstmöglichen Umweg wählen 🙂

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  • danke Raimund- sehr schön: die Lösung ist in einer gehörigen Portion Sanftmut den eigenen Schwächen gegenüber… “

    Oh ja, das ist DER Krampflöser… und Sprungbrettt. 🙂