Ausschuss? Teil 1

Wenn man Wachstumsprozesse beschleunigen will, muss man gleichzeitig auch die Zerfallsprozesse beschleunigen.

Sir Albert Howard
The Soil And Health

Der Punkt ist, dass Abfall – Ausschuss – zum Kreislauf gehört! Ausschuss ist Teil der Kreativität und ob eine Idee in eine Sackgasse führt, erfahren Sie erst, wenn Sie damit experimentieren.

Wir Menschen erfahren Liebe als fließende Energie – als etwas, das durch uns hindurchströmt. Das bedeutet, dass man auf der einen Seite offen sein muss, empfänglich, so dass sie einströmen und ihre Geschenke abladen kann: Ideen, Windfallprofits, Menschen, die man kennenlernt … you name it!

Die andere Seite besteht darin, diese Geschenke anzunehmen, um etwas damit oder daraus zu machen. Tun Sie das nicht, verschließen Sie das andere Ende, so dass die Liebe entweder nicht mehr nachfließen kann oder Sie platzen! Im ersten Fall werden Sie einfach keine Ideen mehr haben und sich irgendwann nur um sich selbst drehen, im zweiten, im Falle des Platzens, werden sie entweder immer unzufriedener und schließlich destruktiv (oder verblöden) oder überstürzt und planlos handeln, alles hinschmeißen und eher Panik als Kreativität haben.

Wenn Sie eine Bastelidee haben, probieren Sie sie aus! Haben Sie eine Textidee oder eine Bildidee, dann schreiben, malen oder fotografieren Sie sie! Wenn Sie eine Materialidee haben, eine Designidee, eine Rezeptidee, eine Melodie … Sie wissen, was ich meine. Produzieren Sie! Produzieren Sie Ausschuss, denn oft wird nichts anderes draus – und doch werden Sie davon profitiert haben!

Schon mal gescheitert? Macht nichts. Versuchen Sie’s noch mal. Scheitern Sie noch mal. Scheitern Sie besser.

Samuel Beckett

Ganz gleich, ob Sie tausend Ideen oder nur eine einzige haben, oft kommt man nicht gleich dazu, sie umzusetzen; immer gibt es auch ein Leben, das parallel dazu verläuft. Ziemlich sicher sogar eines, das Sie primär ernährt und sich daher nicht einfach wegschieben lässt. Das macht es nötig, Ideen und Notizen irgendwie zu lagern – so, dass Sie sie einerseits auch wieder finden. Aber es macht es auch nötig, sie zu verwalten – neudeutsch: zu managen.

Coming soon

Das eine lässt sich z.B. mit Evernote erledigen. Wenn Sie ein bisschen Schwierigkeiten damit haben, aus Evernote mehr als nur ein Lager für Notizen zu machen, werden Sie hier bald eine Gelegenheit haben, das zu ändern.

Vielleicht hilft es, jemanden zu haben, der immer (mal) wieder nach dieser einen Idee fragt, von der Sie schon mal erzählt haben: „Sag mal, was ist eigentlich aus dem Füllebuch geworden, dass du mal schreiben wolltest?” Vielleicht hilft es, wenn sogar mehrere fragen? Nicht zuletzt Systeme wie Weightwatchers haben gezeigt, dass Gruppen Gleichgesinnter einen zusätzlichen positiven Effekt haben und ähnlich wie bei Schwarmphänomenen den Einzelnen sehr beflügeln können. Ich arbeite an der Idee einer Art Klassenverbunds: Zwanzig oder dreißig Leute zur selben Zeit auf einem ähnlichen Weg …

Aber ganz gleich, wie hilfreich auch immer dieses oder jenes sein wird: Es braucht immer auch, was Ihnen niemand abnehmen kann: Disziplin, sich regelmäßig Zeit für Ihre Ideen zu nehmen und Mut, sich zu entscheiden, was Sie mit ihnen machen wollen.

Sie brauchen die Disziplin, regelmäßig mit Ihren Ideen zu experimentieren – und vielleicht nichts als Ausschuss zu produzieren. Sie brauchen den Mut, sich einer Blockade auszusetzen – einer Zeit oder einer Situation, in der Ihnen einfach nichts einfallen will. Aus einer solchen Situation wieder herauszukommen, ist viel einfacher, als sich erst mal in sie hineinzutrauen!

Nur Mut!

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  • es braucht wahrscheinlich „nur“ einen offfenen Geist, oder zumindest eine vorurteilsfreuie Haltung, um dem ‚Ausschuss‘ die Gelegenheit zu geben, dass jemand oder sogar man selbst das Außergewöhnliche, Besondere darin sehen kann.
    Für diesen Schritt braucht es meiner Erfahrung nach einen Menschen mit einem weiteren Horizont, oder schlicht auch jemanden mit dem liebenden Blick und Humor (= Vorurteilsfreiheit). Der das Schöne in einem seltsamen Entwurf sieht, und darin so etwas wie einen großen Wurf. Oder den Beginn davon.
    Der geliehene Blick kann dann in einem Selbst weiter wirken. Und Entwürfe, Weggeworfenes oder Verworfenes wird auf einmal …. wie als ob ein Licht angeht und die Dinge strahlen können.
    Solche geliehenen oder auch geschenkten Blicke aufs eigene Tun, auf eigene (weggeworfene) Produkte können wie eine Initialzündung sein. Habe ich selbst erlebt.
    Als ob eine neue Tür aufgeht… Und dann folgt ein Quantensprung. Mit ein paar kleinen Rückschritten, aber die machen doch einem Quantensprung nix aus….

    Danke für diese inspirierenden Artikel. Tun gut. 🙂