Niemand ist alleine

… und doch kann man sich verdammt alleine fühlen, wenn man versucht, sein Geschäft (neu) aufzubauen:

  • Ist das gut?
  • Irgendwie fehlt mir grade die Energie …
  • Das wollte ich schon oft machen, aber ich vergesse es jedesmal wieder
  • Das geht mir so auf die Nerven, wenn mich dauernd jemand fragt, ob ich schon ‚was verkauft habe.
  • Soll ich das jetzt etwa alles aufgeben?

Freunde und Familienmitglieder sind oft schlechte Ratgeber. Nicht, weil sie keine Ahnung hätten, sondern weil sie zu nah an uns dran sind. Entweder fühlt man sich bemitleidet, nicht Ernst genommen, oder unverstanden. Oder, noch schlimmer, man erfährt Zustimmung und Aufmunterung: Du schaffst das schon! Nur nicht aufgeben! – obwohl eine kritische Warnung vielleicht deutlich besser wäre! Viel öfter, als der Volksmund sagt, bedeutet aufzugeben keine Niederlage, sondern ist der Preis für etwas viel Besseres.

Man hat vielleicht 500 Facebook-Freunde, oder 1000 Follower bei Twitter. Und wenn man aus dieser Wolke heraus Zustimmung erfährt – oder Ablehnung – nimmt man das vielleicht viel ernster als nötig. Erlauben Sie mir einen Vergleich: Angenommen, Sie kochen gerne. Freunde und Bekannte sind jedesmal von Ihrer Kochkunst hingerissen. Aber wären die das auch, wenn Sie dafür bezahlen müssten? Und würden die, nachdem sie dafür zahlen müssen, wiederkommen? Oft genug, dass das eine Geschäftsgrundlage böte? Sie kochen vielleicht wirklich gut – aber schaffen Sie das auch dann, wenn Sie jeden Tag kochen müssen?

Wir alle haben einen (mehr oder weniger klaren) Plan vor unserem geistigen Auge – und es gibt nur einen einzigen Weg ans Ziel: Unseren eigenen! Und da außer uns selbst niemand diesen Weg gehen kann – oder schon gegangen ist – gibt es auch niemanden, der uns sagen kann, wo wir uns verirren, wo Sackgassen sind oder Fallstricke lauern.

Und doch ist es nicht gut, ganz alleine vor sich hinzuwurschteln! Wir merken oft gar nicht, wenn wir zum x.ten Mal das gleiche Muster abrufen. Manchmal wollen wir auch gar nicht wahrhaben, dass wir uns etwas schön reden, nur weil wir Furcht davor haben, falsch zu liegen oder zu sehr lieben, was nicht funktioniert. Gar nicht zu reden von unseren Ängsten – und unserer Kunst, uns vor dem zu drücken, was uns Angst macht!

Wäre es da nicht gut, einen Mentor zu haben? Jemanden, der sich nicht einmischt, aber zuhört? Und die richtigen Fragen stellt? Der irgendwie dabei ist, wenn man – vielleicht zum ersten Mal – über eine alte, große Angstklippe klettert? Der vielleicht nicht besser weiß, wie es besser geht, aber das Gefühl kennt, in dem man gerade steckt? Wäre es nicht wirklich gut, ab und an einen Mentor zu haben?

Ich weiß 🙂

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