Selbstverwirklichung

„Seiner Bestimmung zu folgen bedeutet immer, zu dienen – in der Art und Weise, wie wir unsere Talente einsetzen, um in dieser Welt einen Unterschied zu machen. Seiner Bestimmung zu folgen ohne für andere Werte zu schaffen, ist nicht das Folgen seiner Bestimmung. Es geht nicht darum, sich selbst zu verwirklichen, nur um sich selbst zu verwirklichen. Das, was anderen Werte schafft, ist Selbstverwirklichung.

Kevin Cashman
Leadership from the inside out

Selbstverwirklichung als Verpflichtung: Du bist in diese Welt gesetzt worden, um sie zu verbessern, zu verschönern und durch dich zu bereichern. Alles, was du dazu brauchst, bist du!

Einer der das ziemlich radikal – und doch mit sehr viel Humor – gelebt hat, war Joseph Beuys! Er führte den Begriff Soziale Plastik ein und das Bild, das ich mit diesem Begriff asoziiere, ist die Gesellschaft als lebender Hefeteig. Um das spirituelle Element der gesamten Gesellschaft anzuheben, muss dieser Teig insgesamt aufgehen – und dazu braucht es (je)den einzelnen, der sich selbst verwirklicht und das, was er tut, zur Kunst fortentwickelt – um das Leben anderer zu bereichern. Spiritualität ist immer beides: Für andere und (dadurch) für sich selbst

„Die Idee Soziale Plastik zielt somit nicht mehr darauf, Objekte in die Welt zu bringen. Sie will vielmehr den gesellschaftlichen Organismus in all seinen Funktionen aus den gegenwärtigen Deformationen in überhaupt erst humane Formen bringen – human im Sinne von menschenwürdig und wünschenswert.”

Hildegard Kurt

In der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitschrift The Economist zählt der Artikel A slow climb mehrere Gründe für das langsame Voranschreiten der Start-up-Szene in Deutschland auf. Einer der Gründe ist die Furcht zu scheitern. Während ein Amerikaner eher voller Stolz von seinen zwei oder drei Fehlversuchen berichtet, werden Sie das als Deutscher eher für sich behalten. In Deutschland wird Sie nach einer Pleite niemand danach fragen, was Sie gelernt haben – eher, warum Sie sich keinen vernünftigen Job gesucht haben.

Die Furcht vor dem Scheitern – sie ist normal! Auch Amerikaner fürchten sich vorm Scheitern. Der Unterschied liegt darin, sich trotzdem zu trauen, auf den Markt zu gehen und die eigene Kunst anzubieten! Und um das an dieser Stelle ganz deutlich zu machen: Mir – hier innerhalb dieses Blogs – geht es nicht um Big Business, sondern um Small Business(es) – aber um Business! Hier geht es nicht um die Frage, wo und wie man eine Finanzierung für eine Investition bekommen kann, denn das Investment sind Sie selbst und der Return on Investment ist ein besseres Leben und eine bessere Gesellschaft!

Ihr Geschäft ist gelebte Spiritualität! Es nicht zu entwickeln, weil Sie Furcht davor haben, zu scheitern, ist nichts anderes, als das Licht in Ihrem Herzen für sich behalten zu wollen – als würde es verlöschen, wenn es sich auf den Weg nach draußen machte. Aber das Gegenteil ist der Fall! Je mehr Sie davon los- und nach draußen lassen, getragen von Ihrer Kunst, desto mehr wird von innen her nachströmen. Liebe ist nicht Geld! Geld wird knapp, wenn Sie es verschwenden – bei Liebe ist es umgekehrt! Je mehr sie davon geben, desto mehr werden Sie haben.

Schauen Sie genau hin: Je mehr Sie von diesem Licht, von dieser Liebe in das, was Sie können, in Ihre Kunst, manifestieren, desto mehr Möglichkeiten des Verteilens haben Sie. Sie setzen das, was an Liebe in Sie einströmt, um in Ihre Kunst, und der Markt setzt Ihre Kunst um in Geld, weil Geld ein neutrales Mittel des Austausches ist. Sie können meinetwegen auch in Salz tauschen, oder in Luftballons – am Ende bleibt es, was es ist: Umsatz! Umsatz bedeutet, dass sich Liebe manifestiert und auf den Weg durch die Stufen der Verwandlung gemacht hat: Erst hat sie Ihr Leben bereichert, dann das Leben Ihrer Kunden.

Umsatz ist also eine Form, den Grad Ihrer Selbstverwirklichung zu messen. Aber verwechseln Sie das bitte nicht: Umsatz ist nicht das Ziel, sondern das Ergebnis! Das Ziel ist die Aufgabe, mit der Sie in Ihr Leben gekommen sind: Ihr Selbst wirksam werden zu lassen!

Das ist Selbstverwirklichung.

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  • Wow. Wieder Mal ein Artikel, der mir aus dem Herzen spricht. Stellt sich nur die Frage: Woher weiß man denn, mit welcher Aufgabe man auf die Welt gekommen ist? Manchmal denkt man auch nur, dass man es weiß und hat es doch nicht wirklich gefunden.