Welches Geschäft?

Wie hat das angefangen, wurde Linda Elbourne gefragt, und ob Sie eine richtige Ausbildung dafür gemacht habe. Linda macht am liebsten Stempel und Einladungs- oder Grußkarten, verändert aber ebenso gerne Blechdosen – kurz: alles, was man in die Hand nehmen kann, nutzt sie.

Nein, eine richtige Ausbildung habe Sie keine gehabt. Sie war immer schon am Basteln, aber als sie zum ersten Mal einen Stempel gemacht und mit verschiedenen Tinten experimentiert hatte, war es um sie geschehen! Sie hatte Ihren Ruf gehört.

Ob Sie das hauptberuflich mache, fragte man sie. Mittlerweile ja, war ihre Antwort, aber eben nicht von Anfang an und schon gar nicht geplant.

Angefangen hatte Sie mit einem Blog 2007, in dem sie Fotos ihrer Basteleien veröffentlichte. Damals war sie hauptberuflich bei einem Finanzdienstleister in der Kundenbetreuung tätig, aber als sie nach 25 Jahren Tätigkeit für diese Firma bei einer Rationalisierungswelle entlassen wurde, legte Sie einfach noch eine Schippe drauf und schätzt sich heute mehr als glücklich, im Grunde von ihrem Hobby sogar recht gut leben zu können.

„Wo verkaufen Sie Ihre Sachen?” wurde sie gefragt. „Bei Etsy? Oder auf Märkten?”

Eigentlich verkaufe sie ihre Sachen gar nicht, hatte sie geantwortet: „Ich stifte das meiste für Tombolas bei Karitas-Veranstaltungen und den Rest verschenke ich …”

”In welcher Branche sind wir eigentlich?…”

Theodore Levitt

Meine Frau und ich hatten mal auf einer großen Messe drei Tage lang einen Stand. Kosten? Irgendwas um die € 2000,– Einnahmen? Irgendwas um die € 200,– … wie das?

Wir hatten uns die falsche Messe ausgesucht! Hier ging es zwar um Selbstgemachtes – aber nicht in der Form, dass die Leute Selbstgemachtes kaufen wollten. Die suchten Dinge, aus denen sie selbst etwas machen konnten. Wir waren auf das konzentriert, was wir anbieten konnten, nicht darauf, was die Kunden dort suchten.

Gerade Kleinkunst-Handwerker hängen gerne daran fest, was sie selbst (er)schaffen können. Das machte Linda Elbourne anfangs auch – ging dann aber darüber hinaus. Heute verdient sie ihr Geld nicht mit diesen Sachen, sondern mit Kursen, wie man das, was sie kann, selbst machen kann! Online!

Was ist es, was Ihre Kunden wirklich wollen?

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