Ihr einziger Auftrag

Sie haben nur einen einzigen Auftrag – nur diese eine Bestimmung: Sie selbst zu sein! Und ganz gleich, welche Krise auch immer in Ihrem Leben auftaucht – ob im Privat- oder Berufsleben, ob in der Liebe oder im Geschäft – sie hat nur diesen einen Zweck: Alles wegzubrechen was Sie davon abhält.

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Vor Jahren betrieb ich zusammen mit meiner Frau ein Ladengeschäft. In unserer Nachbarschaft, nur ein paar Häuser weiter, lebte eine alte, huzzelige Dame, die in ihrem Leben so ziemlich alles gesehen hatte, was sich sehen lässt – und nebenbei auch alles verloren hatte, was man verlieren kann: Ihr Haus, ihre Kneipe, ihr Geld, ihren Mann – alles weg. Mit dem Käufer ihres Hauses, einem mehrstöckigen Mietshaus, konnte sie ein lebenslanges Wohnrecht in ihrer Wohnung vereinbaren, so dass sie immerhin eine Bleibe hatte. Und einen Sohn hatte sie, der aber ein gutes Stück weg von ihr wohnte, so dass sie sich nur selten zu sehen kriegten. Aber immerhin …

Wir entwickelten schnell eine freche Art, miteinander zu flachsen – immer ein bisschen pöbelnd oder scheinwissend. Sah ich sie zum Beispiel an einer Kasse in einer Schlange stehen, ging ich zu ihr und fragte, ob sie sich wieder mal bewusst hinter diesen jungen Kerl gestellt habe und ob sie diese Anzüglichkeit nicht einfach lassen könne. Oder, wenn sie mich sah, zischte sie im Vorübergehen: „Ah, der Herr Geschäftsmann! Trägt wieder mal eine Krawatte von Rolex und Schuhe von Michelin …” ganz bewusst falsche Marken nennend 🙂

Sie war deutlich über siebzig, hatte immer ein verschmitztes Lächeln im Gesicht, hielt immer und überall ein Schwätzchen, fütterte Tauben und lieh Obdachlosen Geld von ihrer spärlichen Rente – ohne zu wissen, woher sie jetzt selbst was zu Essen kriegen könnte. So war sie. Sie lebte jeden Augenblick ihres Lebens verschwenderisch aus. Und doch glaube ich, dass sie auch ihren Kummer hatte. Nur eben alleine. Und zu Hause. Nur für sich.

Ich mochte sie so gern! Und ganz offensichtlich mochte sie mich auf die gleiche Weise.

Eines Tages hörte ich ihr Herz brechen – lange bevor ich es sah.

In der Nachbarschaft verbreitete sich die Nachricht rasend schnell, ihr einziger Sohn sei gestorben. Krebs. War ganz schnell gegangen. Es wäre ihr nie in den Sinn gekommen, sich vorzustellen, das einmal erleben zu müssen – so wie alle Eltern davon ausgehen, von ihren Kindern überlebt zu werden. Aber sie musste es erleben. Und ich bat Gott inständig darum, mich immer in einem großen Bogen um sie herum zu führen! Ich konnte mir nicht mal im Ansatz vorstellen, wie ich sie hätte trösten, oder wie ich ihren Schmerz hätte teilen können. Die bloße Vorstellung, ihr jetzt gegenübertreten und ihren Schmerz aushalten zu müssen, der doch sofort meiner geworden wäre – die bloße Vorstellung davon erschütterte mich tief.

Aber so kam es nicht. Nur einen Tag später, auf dem Weg zu meinem Auto, kam sie mir entgegen. Den Kopf hängend, die Augen nass, ihr Kummer und ihr Leid überbordend. Ihr Herz gebrochen.

Schon von Weitem hob sie den Kopf und, als sie mich erkannte, legte ihn zur Seite. Ihr Blick ein einziges Flehen. Ihre Stimme kratzig, fast flüsternd:

„Wieso er? Wieso nicht ich?! Für mich wäre es doch Zeit gewesen – nicht für ihn!”

Wir standen einander gegenüber, still, für einen Augenblick, die Blicke ineinander – und dann, noch ehe mich ihr Schmerz voll erwischte, und ohne, dass ich es kontrollieren konnte, sagte ich:

„Wissen Sie, jemand wie sie, der jeden überall aufhält und ein Gespräch aufdrückt, obwohl man besseres zu tun hätte, Sie, der jedem jungen Kerl hintersabbert, Sie, die geizig ist und alles für sich behält, Sie würden hier einfach fehlen!”

Stille.

Und ich selbst konnte gar nicht glauben, was gerade passiert war, was ich gerade – in diesem Augenblick zu dieser so schwer beladenen Frau – gesagt hatte. Aber noch bevor ich mich hätte entschuldigen können, brach ein Lachen aus ihr hervor, wie ich sie noch nie hatte lachen hören. Sie lachte und lachte und konnte sich kaum wieder einkriegen. Dann umarmte sie mich, drückte mich ganz fest und sagte:

„Gott, was bin ich froh, dass es Sie gibt! Was hab ich jetzt gelacht – und wie sehr hat es mein Herz erleichtert. Danke!”

Und beide standen wir da und lachten und weinten.

Schnörkel

Ich bin fest davon überzeugt, dass alles was Sie wissen müssen um Erfolg zu haben, in Ihnen steckt und nach draußen will! Es war da, bevor Sie mit Ihrem Geschäft anfingen. Ja, es spricht sogar einiges dafür, dass Ihr Geschäft – was immer das auch sein mag – nur entstand, um das, was in Ihnen schlummert, aufzuwecken und nach draußen zu bringen – denn es gehört nicht Ihnen! Es gehört anderen! Aber es kann nur durch Sie zu anderen kommen.

Und damit es zu denen kommen kann, denen es gehört, möglichst rein und unverfälscht, müssen Sie Sie selbst sein – um jeden Preis! Sie müssen alles hinter sich lassen, was Ihr kleines Selbst so sehr verlangt: Angst, Zaudern, Ansehen, Geld, Erfolg – you name it – denn alles das hindert Sie daran, Sie selbst zu sein und hindert damit das Leben daran, seine Gaben zu verteilen. So lange Sie Angst davor haben, alles, was Sie haben zu verlieren, so lange vertrauen Sie dieser Angst mehr als dem Leben – und füttern das, was Sie doch eigentlich los sein wollten.

Das Leben will seine Gaben verteilen – durch jeden einzelnen von uns. Wie könnte das Leben ein Interesse daran haben, dass es Ihnen nicht gut geht? Das Sie nicht alles haben, was es Ihnen erleichtert, sich zu öffnen und Ihre inneren Reichtümer fließen zu lassen? Das Gegenteil ist der Fall!

Entwickeln Sie Ihr Geschäft! Entwickeln Sie Ihre Fähigkeiten! Sammeln Sie Ihre Kräfte und Energien und springen Sie hinauf aufs nächste Level – dort wo mehr Erfolg mit weniger Aufwand auf Sie wartet. Nicht für Sie selbst, sondern für die, die dadurch an das kommen, was eigentlich ihnen gehört.

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