Rubikon

„Wir bewirken Dinge, in dem wir an sie denken.“

Und woran denken Sie die meiste Zeit? An Ihre Ziele? An Ihre Sorgen  …?

Bei einem Freund nahm ich vor einiger Zeit Keyboardunterricht – und ging oft mit hängendem Kopf zur nächsten Stunde:

„Ich hatte einfach keine Zeit, in der letzten Woche zu üben,“ sagte ich. „Manche Wochen gehen einfach unglaublich schnell vorbei …“

„Die Kunst liegt darin,“ sagte er, „sich zu entscheiden, wann man üben möchte und es dann auch zu tun, wenn diese Zeit gekommen ist.“

Grummelig schaute ich ihn an und dachte bei mir: Pfff – Platitüden kann ich auch …

„Als du zum ersten Mal gekommen warst,“ fuhr er fort, „warst du jemand, der nicht spielen konnte, aber jemand sein wollte, der’s kann. Nur: jemand, der spielen kann, hat es vorher durch üben gelernt. Das gehört zusammen! Das Üben ist die Brücke, die von einem Sein in ein anderes führt. Du kannst es schaffen – wenn du es wirklich willst – wenn es dir wichtig ist. Das ist das Geheimnis.“

Es ist so leicht, während der Planung zu wissen, was richtig und falsch ist, zu wissen, was ich wann tun sollte, aber manchmal so viel schwieriger, nach der ursprünglichen Absicht zu handeln. Es ist leicht, zu wissen, dass man sich konzentrieren muss. Aber es ist manchmal schwierig, sich zu entscheiden, worauf, und vielleicht sogar noch schwieriger, diese Konzentration über einen längeren Zeitraum auch aufrecht zu halten. Es hat mit üben zu tun, mit Disziplin … mit Hingabe!

Schnörkelbild

Ich war in dieser Woche ziemlich intensiv mit Gedanken über Hingabe beschäftigt, mit der Frage, ob man – ob ich! – immer bereit bin, den Preis zu bezahlen, denn am Ende ist man immer selbst der Preis!

Von Haus aus ziemlich ungeduldig kostet es mich manchmal wirklich alles, Kunden sein zu lassen – ihnen zu erlauben, auf Ihrem Level zu bleiben, obwohl ich sie lieber weiter schieben würde. Aber nur sie selbst können wirklich wissen, wann sie bereit sind, für den nächsten Sprung – heraus aus ihrem alten Selbst und hinein in ein neues. Sie selbst sind der Preis, der bezahlt werden muss, sie selbst müssen sich hinter sich lassen, um den nächsten Schritt machen zu können – der König ist tot, es lebe der König!

Und oft haben sie das Gefühl, noch nicht dazu bereit zu sein.

Und doch – ist es nicht so, dass man sich selbst in seiner Welt gespiegelt findet? Sieht man sich nicht vielleicht selbst im Kunden? Ist man es am Ende selbst, der an einer Schwelle steht, die unüberwindlich scheint – zu sehr damit beschäfigt, was der Kunde braucht, um realisieren zu können, was man tatsächlich gerade selbst braucht?

Manchmal braucht der Kunde einfach einen Schubser – und ich – oder ich. Ich pfeif‘ auf den Rubikon 😉

Was geschieht, verantworte ich, dass es geschieht, verantwortet Gott.

So einfach ist das … 🙂

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