Warum? Warum? Warum?

Bloggen oder nicht bloggen - das ist hier Frage?

Bloggen oder nicht bloggen – das ist hier Frage?

Wenn Sie Kinder haben, kennen Sie das: Endloses Wiederholen der gleichen Frage: Warum? Und warum? Und warum?

Ich meine, dass das eine Fähigkeit sein kann – eine, die vielen Erwachsenen verloren gegangen ist.

Es vergeht fast keine Woche, in der ich nicht irgendwo lese, warum man bloggen sollte oder 10 Tipps für bessere Blogbeiträge oder 7 Tipps, wie man den Widerwillen gegen das Schreiben von Blogbeiträgen überwindet (alle diese Beispiele stammen aus meinem Feed-Reader!)

Aber ist das tatsächlich die Frage? Ob Sie bloggen sollten oder nicht?

Ich habe einen Geschäftspartner, der seit einigen Jahren wirklich gutes Geld mit seiner Website verdient, ohne je auch nur einen einzigen Blogbeitrag veröffentlicht zu haben – und: nein, er betreibt keine Shop-Seite! Und ich kann Ihnen auf der Stelle mindestens 100 (kleine und größere) Geschäfte zeigen, deren Inhaber verdammt glücklich sind, die ihr Geld verdienen und nicht mal eine Website haben – von bloggen gar nicht zu reden!

An allererster Stelle steht doch die Frage, warum Sie überhaupt Ihr Geschäft betreiben! Was Sie darin sehen! Und was es Ihnen – abgesehen von Geld – gibt! Was Sie darin für sich und Ihre persönliche Entwicklung suchen: Als Frisör oder Heilpraktiker? Als Kosmetikerin oder Hebamme? Als Coach oder Schriftsteller? Was ist die Idee? Wo soll Sie das hinführen?

Ganz häufig startet man eher zufällig in einen Beruf – und durchaus auch in ein Geschäft. Mein erstes habe ich eröffnet, weil mir ein Bekannter Wochen zuvor erzählt hatte, das wäre „heutzutage” ein ideales Geschäft und als ich ganz plötzlich eine Gelegenheit hatte, ein solches zu übernehmen, sagte ich „ja”. Schon auch, weil ich mir nicht vorstellen wollte, meinen Beamtenstatus den Rest meines Lebens zu verwalten, also ließ ich selbigen hinter mir und startete ins Business.

Nennen Sie es Zufall oder Bestimmung – meinetwegen auch Initiation, tatsächlich aber hatte ich erst mal gar keine Idee darin gesehen, außer eben der, ein Geschäft zu haben. Erst später begriff ich, dass es viel wichtiger ist, statt im Geschäft am Geschäft zu arbeiten – und erst dabei entdeckte ich, dass z.B. Eitelkeit ein viel größeres Problem darstellt, als Unkenntnis in Buchhaltung oder Marketing und dass mich pfiffige Ideen vielleicht (ein bisschen) weiter, Disziplinlosigkeit aber definitv in den Abgrund führt.

Wenn man Schach aus Büchern lernt, läuft man Gefahr, die unterschiedlichen Eröffnungen beispielsweise deshalb zu spielen, weil man sie so im Buch gelesen/gesehen hat – statt zu spielen und dabei zu lernen! Ist jedenfalls mir so gegangen. Und es braucht dann seine Zeit, sich davon zu lösen, Standards abzuspulen … weil man das so spielt – und eine der Standarderöffnungen im Geschäft lautet: „Als erstes sollte man sich einen Businessplan machen …”

Bullshit!

Ich bin davon überzeugt, es ist viel wichtiger, herauszufinden, was Sie an Ihrem beruflichen Thema so sehr interessiert – und vielleicht auch, warum. Denn dann erst finden Sie die für Sie nächsten und wichtigsten Schritte – die durchaus im Bloggen liegen können, aber nicht müssen! Aber wenn Sie für sich selbst herausgefunden haben, bloggen würde Ihnen besser als alles andere helfen, den nächsten Schritt zu machen, werden Sie feststellen, dass Sie zum einen gar keine Blockade haben und dass bessere Blogbeiträge (noch so eine Standardfloskel!) kaum bessere Ergebnisse bringen!

Bloggen ist Mittel zum Zweck! Mehr nicht!

Und um an den Anfang dieses Beitrags zurückzukehren: Es ist nicht die schlechteste Idee, wie ein Kind sich selbst eine kleine Endloskette von Fragen zu stellen. Zum Beispiel:

  • Warum mache ich eigentlich, was ich mache?
  • Warum so?
  • Warum nicht anders?
  • Warum glaube ich, dass XYZ ein Problem ist? Und wie finde ich raus, ob es wirklich eins ist?
  • Was, wenn das Problem unüberwindlich ist? Könnte es dann ein Vorteil sein?

Lösen Sie sich von Standardformeln, die man in Büchern findet! Finden Sie Ihren eigenen Weg! Lernen Sie, sich und Ihren intuitiven Fähigkeiten mehr zu vertrauen! Das Bisschen, was Sie sonst noch brauchen, finden Sie dann schon – nicht zuletzt hier 🙂

Sie sind der Weg!

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