Kann ein Sklave frei sein?

Kann ein Sklave frei sein?

Ist eine alte Frage, ich weiß – und eine interessante Antwort darauf, wie ich finde, gab vor ein paar Jahren Michael „Air“ Jordan. Ein Reporter fragte ihn, wie er es denn schaffe, gegen mindestens zwei, manchmal sogar drei Manndecker konstant so viele Punkte zu machen.

Jordan: … sie gehören mir! Ich stelle mir nicht vor, wie ich gegen sie spiele, sondern dass sie mir gehören und mich zwingen sollen, mein bestes Spiel zu spielen.

Haben Sie schon mal mit dem Zauberwürfel gespielt? Wenn man nicht weiß, wie es geht, kann es eine gehörige Kniffelei sein und viel Spaß machen – oder auch auf die Nerven gehen 🙂 … aber sobald man weiß, wie es geht und in jedem Moment den Würfel richtig drehen kann, ist der Spaß vorbei …

Fassen wir zusammen: (1) Eine fast unmögliche Aufgabe (Spiel gegen zwei Manndecker) wird zum besten Spiel, wenn man statt gegen die Hindernisse, mit ihnen spielt, und (2) der Spaß (am Spiel) endet, wenn man die richtige Lösung immer und immer wiederholt.

Randy Pausch sagte in seinem mittlerweile millionenfach geklicktem Last Lecture:

Mauern haben einen Grund: Es gibt sie, um zu sehen, wie sehr Sie etwas wirklich wollen!

Und Martin E.P. Seligman sagte:

… in den Flow gibt es keine Abkürzung. Ganz im Gegenteil verlangt es von Ihnen höchste Anstrengung und all Ihr Talent, um der Welt im Flow zu begegnen.

Sie wollen in den Flow kommen? Gehen Sie an Ihr Limit! Und wenn Sie vor keiner Herausforderung stehen, die Sie ans Limit bringen könnte, ist es vielleicht an der Zeit, etwas zu (ver)ändern, denn oft ist es besser, eine Veränderung selbst anzustoßen, eher man von einer Veränderung umgestoßen wird.

Kann ein Sklave frei sein? Wenn er nicht das Opfer seiner Umstände ist, sondern seine Umstände als Grundlage für seine Entwicklung betrachtet.

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  • hmmm, der Gedanke ist spannend und er provoziert. Ich denke, es gibt viele verschiedene Wege in den Flow.
    Hast Du den Film gesehen: 12 Years a slave? Der schildert das Leben eines Mannes, der es schafft, unter fast übermenschlichen Anstrengungen aus der Sklaverei (wieder!) herauszukommen. Wie viele Menschen haben dabei aber ihr Leben lassen müssen.
    Ich bin einverstanden mit dem Gedanken, dass es so was wie unbedingtes Commitment braucht, einen brennenden Wunsch, das bestimmte Ziel zu erreichen. Dann geht es. Es müssen ja nicht Mauern sein. Vielleicht spüren manche Menschen angesichts der Mauern erst richtig, dass sie DAS nicht wollen, und dann alles in die Überwindung des Widerstandes investieren, die einen wie die Stiere, die anderen wie Gazellen, jede/er auf seine /ihre Art..
    Gazellenhafte Grüße, 😉 Dagmar