Information-Overload

In den letzten drei Monaten habe ich das gemacht, was man eine intellektuelle Diät nennen könnte: ich hab auf alle Informationen verzichtet, die ich nicht unbedingt brauche … und als passionierter Zeitungsleser, der, ähnlich wie Raucher, an Ritualen hängt (Espressobar, Tischlein, Zeitung, Handy, Zeit, abschweifende Blicke auf Leute, die kommen und gehen, etc.) ist es nicht einfach, sich selbst einzugestehen, dass eine Zeitung so ziemlich das letzte ist, was man braucht. Schon gar nicht jeden Tag … jedenfalls ich nicht.

Gestern morgen aber, nach immerhin drei Monaten, habe ich mich wieder mal in eines dieser Rituale gestürzt – und nach eineinhalb Stunden zugegeben amüsanter Zeit(ungs)verschwendung festgestellt, meinen Zielen dadurch kein bisschen näher gekommen zu sein.

Nun liest natürlich kaum jemand Zeitung, um etwas für das Erreichen seiner Ziele zu tun, klar, aber wenn es einen schon nicht weiter bringt, sollte es einen aber auch nicht abhalten – oder gar zurückwerfen.

Zeitungen verteilen Informationen – viele Informationen … und nie war es leichter, in die Klauen eines Information-Overloads zu geraten: Eine Denk- und Handlungsblockade auf Grund zu vieler Informationen. Wer weiß, vielleicht ist die tägliche Zeitung genau der eine Tropfen, der das berühmte Fass zum überlaufen bringt, der den Information-Overload zementiert …

Es gibt zahllose Untersuchungen die zeigen, Menschen haben gern eine Wahlmöglichkeit … eine! Vielleicht auch noch zwei, aber mit noch mehr Wahlmöglichkeiten sinkt rapide die Wahrscheinlichkeit, auch tatsächlich zu entscheiden. Weshalb Landingpages – wenn irgend möglich – eigentlich nur eine einzige Wahl anbieten: Klicken oder kicken!

Zu viel Informationen liefern (Ihnen) zu viele Auswahlmöglichkeiten, wie etwas ist, sein könnte oder müsste:

  • Wie man Blogtexte schreibt (oder nicht),
  • welche Bildgrößen ideal sind (oder waren das die Seitenverhältnisse, so dass die Bilder auch auf Handys gut ins Bild passen?),
  • was man fürs Suchmaschinen-Ranking alles beachten sollte (oder hieß es nicht neulich, Google habe das schon wieder geändert?),
  • dass Facebook-Werbung toootal wichtig ist (oder hat Google da nicht die Nase vorn? Und war da nicht auch was mit Yahoo?),
  • dass man – selbstverständlich! – eine Facebook-Seite braucht und Google+ vergessen kann (oder war es nicht so, dass Facebook dramatisch User verliert und alle jetzt zu Instagram wechseln? Und Google+ machtig aufholt?)

Jetzt, da Web-sei-Dank endlich jeder eine Stimme hat, will nicht nur jeder etwas sagen, sondern tut es auch. Und Sie und ich müssen auf uns aufpassen! Zu viel Information – vor allem von der Sorte, die Sie nicht nachprüfen können! – lähmt und hält einen davon ab, den nächsten Schritt zu tun.

Zu viel Information überdeckt, was wirklich wesentlich ist!

Nur … wie finden Sie heraus, was das Wesentliche ist?

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