Eindeutig zweideutig

Ausschnitt aus meinem Notizbuch Ich arbeite z.Zt. an einem Projekt, dass sich mit Schlaf beschäftigt. Die Wissenschaft hat in den letzten Jahren eine Menge Einblick in dieses Thema gewonnen – und, wie so oft, ist das, was sich später in den Veröffentlichungen findet, eindeutig zweideutig 🙂 Wie man an dem nebenstehenden Bild vielleicht erkennen kann, das ich heute morgen schnell mal aus meinem Notizbuch abfotografiert habe.

Der erste Artikel argumentiert für das Aufteilen des Schlafs in 90-Minuten-Häppchen – oder anders formuliert: Es ist vielleicht nicht so wichtig, wann man ins Bett geht, sondern wie lange man schläft, zum einen, und zum anderen, dass man die Aufstehzeit ins Visier nimmt (meinetwegen 07:30 Uhr) und von dort aus in 90-Minuten-Schritten zurück geht, um die optimale Schlafdauer und den richtigen Schlafzyklus zu erwischen. Hier scheinen Wissenschaftler entdeckt zu haben, dass der Schlaf in Dreierzyklen verläuft: Leicht-, Mittel- und Tiefschlafphase – man also am besten zu Beginn des Leichtschlafzyklus aufwacht. Und, und das ist jetzt das Feine, dazu gibt es eine App, die man mit ins Bett nimmt …

Der Artikel, auf den der nach untenweisende Pfeil zeigt, sagt, dass vor allem Smartphones – genauer das Licht, das Smartphones emmitieren – den Schlaf enorm stört … 🙂

Klasse, oder?

Das mit der Schlafdauer, den Schlafzeiten, etc. ist so eine Sache, und je länger und mehr Selbstversuche ich mache, desto klarer wird, dass Schlaf – oder besser: das Ergebnis des Schlafs, etwas höchst Individuelles ist, von vielen Variablen bestimmt, die wiederum von Mensch zu Mensch unterschiedlich großen Einfluss haben.

Und gilt diese Beobachtung nicht für alles im Leben?

  • Wenn Sie etwas über richtige Ernährung wissen wollen, kaufen Sie sich ein Buch; wenn Sie tiefer einsteigen wollen, kaufen Sie ein zweites – und wenn Sie jede Übersicht verlieren wollen, kaufen Sie ein drittes!
  • Wenn Sie wollen, kann ich Sie auf zahllose Blogartikel verweisen, die regelrecht stürmisch dafür plädieren, möglichst oft zu bloggen; und, selbstverständlich, kann ich Ihnen Veröffentlichungen zeigen, die genau das Gegenteil sagen und meinen, wenn überhaupt bloggen, dann vielleicht einmal im Monat. Und beide Begründungen ergeben absolut Sinn!
  • Da gibt es die einen, die Abgesänge auf Facebook trällern und die anderen, die sagen, alles nur falsch verstanden (ersetzen Sie je nach Gusto Facebook durch G+, Twitter, Pinterest, Instagram, etc.pp.)

… und so weiter und so fort.

Es wäre so schön, wenn man immer sagen könnte: Das hier sind die Fakten, die immer und für jeden gelten. Ja, wäre so schön – nur, so isses nicht! Und, umgekehrt, sich vor Meinungen zu verschließen, von denen es nun mal sehr viele und wirklich auch fundierte gibt, geht auch an der Realität vorbei.

Was also bleibt?

Ihre Intuition! Die so oft genannte, immer wieder missverstandene, so häufig unterentwickelte Stimme Ihres Herzens! Sie ist Ihr Werkzeug, aus etwas Generellem etwas Persönliches zu machen, etwas Einzigartiges. Vor allem im Geschäftsleben!

Ihr Herz(zentrum), im wörtlichen Sinne, liegt zwischen Bauchgefühl und Verstand – und das nicht nur zufällig. Es soll diese beiden Zentren miteinander versöhnen und sie in entsprechende Schranken weisen! Zuviel Verstand entfernt Sie von sich selbst, und zuviel Bauchgefühl fast noch mehr. Aber wann und wie sich beides richtig zügeln lässt, ist in keinem Katalog abzulesen. Es muss aus Ihrem Inneren kommen, aus dem Bereich jenseits der Gedanken – aus Ihrer Intuition.

Gerade deshalb braucht es im (Geschäfts-)Leben solche widersprüchlichen Gemengelagen, um eben nicht eindeutig zu sein, also zu viel Verstand oder zuviel Bauchgefühl im Spiel zu haben. Zuviel Verstand verwandelt alles in handelbare Waren und zuviel Bauch macht daraus riesige Müllberge.

Wir brauchen eindeutige Zweideutigkeiten – oder noch besser: Vieldeutigkeiten, die uns – wenn auch erzwungene – Gelegenheiten verschaffen, runterzubremsen oder gar anzuhalten, um in uns selbst nach Orientierung zu suchen. Wo denn sonst? Nach eindeutigen Lösungen, die unsere persönliche Identität widerspiegeln, nicht notwendigerweise die beste ökonomische Lösung.

Denn, und davon bin ich zutiefst überzeugt, wir sind nicht in diese Welt gekommen, um möglichst viel Geld zu vererben oder möglichst immer das neueste Smartphone zu haben; auch nicht, um Platz eines irgend einer Top-Ten-Liste zu belegen; wir sind gekommen, um unser Selbst zu entfalten – zusammen mit allen anderen.

Miteinander, nicht gegeneinander.

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