Erfolg und reich?

Dieser Tage führte ich (wieder einmal) ein interessantes Gespräch mit Anne zur Frage, ob sich Erfolg erzwingen lässt.

Meine Antwort darauf ist ein eindeutiges Ja, aber oft geht es gar nicht um die Frage, ob man erfolgreich sein kann, nur weil man es will, sondern ob man finanziell haben kann, was so viel man will. Und würde man auf die letztere Idee abheben und also fragen: Lässt sich finanzieller Erfolg erzwingen, lautete meine Antwort darauf eindeutig nein (allerdings höre ich schon den Einwand: Definiere „finanziellen Erfolg”).

Erfolgreich ist, wer in seinem Leben tun kann, was er oder sie will; finanziell erfolgreich ist, wer damit auch noch auf dem gesellschaftlichen mainstream schwimmt.

Paul Twitchell

William Blake ist für mich ein Beispiel für meine These. Als Künstler ist er aus meiner Sicht ein Riese und sowohl in seinem künstlerischen Ausdruck als auch in der Art, sein Leben zu leben, ziemlich kompromisslos gewesen – und war so gesehen außergewöhnlich erfolgreich! Er (und seine Frau) taten, was sie tun wollten. Und doch blieben ihnen sowohl gesellschaftliche Anerkennung als auch finanzieller Erfolg verwehrt. Finanzieller Erfolg, in diesem Sinne, hätte bedeutet, mehr Geld zu haben, als sie zum Leben gebraucht hätten – und das hatten sie nicht. Sie hatten (und das auch nicht immer) gerade so viel, dass es zum Leben reichte! Und doch waren die Blakes zeitlebens über die Maßen glücklich und lebten so, wie sie leben wollten – waren also so gesehen sehr erfolgreich.

Nun sollte man nicht annehmen, dass man nur entweder reich und unglücklich oder eben glücklich, dann aber arm sein könne, aber darum geht es ja auch nicht. Es geht um die Frage, ob sich finanzieller Erfolg erzwingen lässt.

Entgegen der immer wieder anzutreffenden These, man könne Geld anziehen (in einem magnetischen Sinne), behaupte ich, dass Geld keine Ladung hat und deshalb eben nicht angezogen werden kann! Geld ist viel mehr eine soziale Funktion, die einer Gesellschaft erlaubt, sich auszutauschen, als das es etwas anderes ist! Es setzt ein entwickeltes und irgendwie begründetes Vertrauen voraus, dass das Geld, das man für eine Ware oder Dienstleistung erhält, andernorts für einen erwartbaren Wert eintauschbar ist.

Und Wert ist der Knackpunkt bei Geld – aber das führte uns jetzt wieder ganz woanders hin.

Meine These ist also: Wenn sich Ihre Kunst auf eine sehr kleine Nische bezieht, deren Mitglieder weder bereit noch in der Lage sind, jeden beliebigen Preis für Ihre Kunst zu bezahlen, lässt sich damit kein Vermögen machen. Zumindest keines, das planbar wäre.

Und deshalb halte ich Dagmars Idee von einem Brotjob und der eigenen Kunst nebenher für alternativlos – und ich weiß, dass Positiv-Denker sich daran abarbeiten können 🙂

PS: Ich habe die Kommentarfunktion für diesen Betrag abgeschaltet – weil ich glaube, dass es wichtig ist, ein Denken über Erfolg und finanziellen Erfolg in die Gesellschaft zu tragen. Wenn Sie auch dieser Meinung sind, schreiben Sie einen Blogbeitrag oder regen Sie eine Diskussion in den sozialen Netzwerken an – dadurch wird mehr erreicht, als durch einen Kommentar hier an dieser Stelle (so sehr ich Ihre Kommentare auch schätze!) 🙂 Danke 🙂

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