Krieg und Frieden

Viel Unruhe zur Zeit auf diesem Planeten – haben Sie nicht auch diesen Eindruck? Ukraine-Krise, Syrien, jetzt (wieder einmal) Irak, weltweit ständig größer werdende Flüchtlingsströme, Finanzkrise – das und vieles mehr und alles auf einmal.

Man könnte argumentieren und sagen, dies sei ein kriegerisches Universum.

Unser Körper ist ein regelrechtes Schlachtfeld zwischen Viren und Bakterien, von denen die einen uns schützen und die anderen uns gerne auffressen wollen. Die Natur scheint eine einzige Kette von fressen und gefressen werden zu sein – und jetzt, da sogar unser evangelikaler Bundespräsident sagt, es könne sein, dass man, um den Frieden zu wahren, auch mal militärisch handeln müsse, scheint alles auf diese Idee hinauszulaufen, dass eben überall ein Angriff lauert, dass man immer und überall darauf gefasst sein muss, sich zu verteidigen.

Ist Kampf also ein Prinzip dieses Universum?

Mit aller Entschiedenheit: Nein!

Wir wachsen nur in diesem Glauben auf! Egal wo man hinsieht, kultivieren wir den Gedanken der Konkurrenz, der Auslese, des Überlebens und des Kampfes. Gerade jetzt wieder, zur Zeit der Fußball-WM, kultivieren wir die Idee, am Ende könne eben nur einer gewinnen, während alle anderen besiegt sein werden. Wir lieben solche Ideen und solche Dramaturgien.

Aber sie sind nicht die Grundlage unseres Universums. Sie sind nur die Grundlage unserer Kultur und ich glaube, es ist höchste Zeit, das zu ändern!

Eine auf Konkurrenz beruhende Kultur überdauert, in dem sie Menschen erniedrigt.

Jules Henry

Alexander der Große, um eine Antwort auf Herrn Gauck zu geben, wurde nicht in einer Schlacht und auch nicht mit kriegerischen Mitteln besiegt, sondern durch ein großes Volk, dass sich eben nicht mit ihm schlagen wollte. Als Alexander in Indien einzog, sagten die ihm (sinngemäß): Du willst das Land? Kein Ding! Nimm dir, soviel zu willst. Ist genug da! Gib Bescheid, wenn du keine Lust mehr hast. Sicher, es gab ein paar Maharadschas, die meinten, man müsse ihm auf die Finger klopfen. Sie endeten alle auf dem Schlachtfeld. Nein, am Ende war es einfach so, dass keiner mehr Lust hatte, mit ihm zu kämpfen – was Alexander in eine tiefe Sinnkrise stürzte, von der er sich nicht mehr erholte.

Auf ganz ähnliche Weise brachten die frühen Christen in Rom das System von Brot und Spiele zu Fall – einfach in dem sie sich weigerten, gegen die Löwen oder um ihr Leben zu kämpfen. In dem sie sich weigerten, überhaupt zu kämpfen! Sie schlossen sich zusammen, sangen Lieder und erwarteten den Tod in der Arena mit freudigem Herzen – in Hoffnung auf ein besseres Leben im Paradies. Dem zuzuschauen, machte einfach keinen Spaß mehr – und so brach dieses System zusammen.

Konkurrenz macht gar nichts besser, aber als Ganzes betrachtet vieles schlechter! Der Kampf um Platz 1 auf irgend einer Liste ist nur für die toll, die es sich auf den Rängen bequem gemacht haben und den Gladiatoren frenetisch Applaus zollen – vor allem, weil sie wollen, dass die Spiele endlos weiter gehen.

Es gibt die Meinung, nur der Wille zum Sieg (oder um es mit den Werbe-Worten von Herrn Klopp zu sagen: nur die Lust am Gewinnen), bringe einen wirklich weiter. Ich halte das für falsch! Was kann denn ein Orchester gewinnen? Wen kann es besiegen? Und würden sich je Orchester bilden, wenn Musiker ständig damit beschäftigt wären, besser als irgend wer sonst zu spielen?

Liebe ist die Grundlage des Lebens und Kooperation die Grundlage der Lebensformen in diesem Universum!

rk-f

Atome tauschen miteinander Elektronen aus und bilden auf diese Weise Moleküle. Die wiederum verbinden sich mit anderen zu Makromolekülen bis hin zu Zellen. Zellen schließen sich zusammen und bilden Pflanzen, Tiere und Menschen. Das ist das Prinzip, das das Universum geschaffen hat!

Es ist ein (scheinbar sich selbst) orchestrierendes Miteinander.

Nur: Während alles, was lebt, auf diesem Planeten einen Platz hat, einen Platz von dem aus es nimmt und sich gibt, stellt sich die Frage, was wir Menschen (dem Plantensystem) zu geben haben, denn was wir uns nehmen, haben wir schon geklärt! Unsere Klärwerke sind voll davon! Und wie wir das tun, zeigen zahllose Schlachten und Massaker rund um den Globus.

Auf welche Weise also können wir uns selbst geben?

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