Spirituelle Aufgaben

Keine Berge ohne Flachland, kein Innen ohne Außen, etc. Dem werden wohl die meisten zustimmen (wenn nicht alle): Man nennt das auch das Gesetz der Polarität – etwas sehr Prinzipielles also.

Was hier so allgemein daher kommt: Was bedeutet das bezogen auf Ihre ganz individuelle, ganz spezielle Situation? Schon mal drüber nachgedacht?

Für mich bedeutet es:

Wirklichkeit besteht aus einem Konflikt zwischen Sein und Nicht-Sein.

Genauer?

Ok:

Nehmen wir an, jemand hat die Ausbildung zum Heilpraktiker (zu welchem auch immer) erfolgreich abgeschlossen. Jetzt isser also Heilpraktiker (= Sein) und würde gern loslegen – hat aber keine Praxis und kann daher noch nicht loslegen (= Nicht-Sein).

Das Leben entwickelt sich zwischen diesen beiden Extremen.

Anfangs stehen sich beide gleich stark gegenüber und man muss eine Lösung finden – meinetwegen eine Finanzierung. Gelingt das, löst sich diese Polarität nicht auf – schön wär’s. Nein. Was geschieht, ist, dass das eine Extrem in den Hintergrund tritt – in diesem Fall das Nicht-Sein – während das andere in den Vordergrund rückt und konkret wird.

Das kann für sehr lange so bleiben – oder umkippen.

Sagen wir, die Praxis läuft nicht und man muss schließen. Dann stehen sich wieder beide Extreme direkt gegenüber – und man muss nach einer anderen Lösung suchen. Und wenn dann meinetwegen jemand frustriert beschließt, nie wieder etwas mit diesem Beruf zu tun haben zu wollen, verschwindet diese Polarität auch nicht – sondern, wie schon im umgekehrten Beispiel am Anfang, das Nicht-Sein rückt dann in den Vordergrund und wird konkret.

Na und? Was ist der Witz dabei?

Spirituelle Aufgaben lassen sich nur mit spirituellen Mitteln lösen! Und mir ist kein einziges spirituelles Prinzip bekannt, bei dem Geld irgend eine Rolle spielt.

Deshalb spielt es überhaupt keine Rolle, ob jemand eine Praxis finanzieren kann oder nicht, ob jemand zu teuer ist oder nicht, ob jemand ein gutes Agebot hat oder nicht. Das ist alles Quatsch! Was aber kein Quatsch ist und am Ende den ganzen Unterschied macht, ist die Fähigkeit, seinen Traum zu leben – und das wiederum wird ausschließlich von Ihrem Umgang mit den spirituellen Prinzipien bestimmt! Und zwar im jeweils konkreten Fall auf Ihre ganz individuelle Weise.

Das Mittel im Umgang mit z.B. dem Prinzip der Polarität heißt Aufmerksamkeit, denn Polarität lässt sich nicht aufheben – aber, wie gezeigt, lassen sich die Extreme so schieben, dass der eine Pol wirksamer, sprich: konkreter ist als der andere.

Und um das Beispiel mit dem Heilpraktiker aufzugreifen: Konzentrieren Sie sich darauf, was Sie sofort machen können – nicht darauf, was Ihnen scheinbar alles fehlt. Sie haben kein Geld für eine Praxis? Machen Sie etwas ohne! Der gewaltige Bereich der Prävention – nur um etwas Konkretes zu bringen – der nebenbei bemerkt viel größer ist, als der der akuten Krankheit, braucht keine Praxisräume. Der braucht nur Sie und Ihre Bereitschaft, sich einzubringen.

Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf das, was möglich ist – und sorgen Sie vor allem anderen dafür, dass Ihre Aufmerksamkeit auch darauf gerichtet bleibt! Das ist der Witz dabei!

Comments on this entry are closed.