Rübennotizen

Rote Beete – eine Köstlichkeit aus der Natur

Bald beginnt der November.

Draußen wird es allmählich kälter. Herbstfröste kriechen durch nächtliche Nebel. Morgens sieht man die Schüler schon mal tief in ihre Jacken gekauert. Und die Dunkelheit am Abend kommt wieder früher.

Erinnerungen an meine Kindheit.

Mein Onkel betrieb mit seiner Familie einen Nebenerwerbs-Bauernhof. So wie man das früher noch hatte: Mit Schweine- und Kuhstall, ein paar Ziegen und einem Heuschober, Traktor und Zuckerrübenernte – und die fiel genau in meine Herbstferien, die ich einmal dort verbrachte.

Wunderbare Zeit!

Hinten auf dem Traktor stehend und frierend. Warme Auspuffwolken an den Beinen, dicke Jacke, klamme Finger. Zuckerrüben aufklauben aus kaltfeuchter Ackerkrume. Ich hab‘ es geliebt und gehasst! Stadtkind halt 🙂

Mit vollem Hänger zurück zum Hof.

Einmal wollte ich den Hänger abladen – durfte aber nicht! Zu viel Fantasie!

„Du siehst in jeder Rübe ein Gesicht und willst dir jedes einzeln anschauen – da wird es Weihnachten, bis der Hänger leer ist. Soviel Zeit haben wir nicht!”

In der Kindheit dauert Fantasie nicht endlos lange – es gibt nur einfach nichts anderes.

Und wenn man erwachsen geworden ist?

Realität wohin man schaut.

Aber schaut man genauer, erkennt man die Fantasie in der Realität! Grenzenlose Fantasie!

Alles, was es braucht, ist ein bisschen Zeit und Muse.

Realität ist oft wie eine Erinnerung an einen schlechten Traum.

Wir sind nicht geschaffen für die Realität, sondern für das Träumen, aber wir brauchen die Realität, um Grenzen zu haben, über die hinauszugehen es sich lohnt.

Begrenzungen schützen uns vor Chaos und schaffen Ausgangsbedingungen für unsere Freiheit.

Und in allem steckt die Liebe … nur manchmal leider tief verborgen.

Lauschen wir den kleinen, grauen Herren, die wirre Zahlen an den Spiegel schreiben, oder dem Flügelschlag des Phönix, um sich von ihm getragen über die Schatten der Realität zu erheben?

Lassen Sie uns fliegen … 🙂

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