Alles hat seine Zeit, alles sein Tempo

Etwas, das mir immer wieder auffällt und sich zumindest in meinen Beobachtungen auch immer wieder bestätigt, ist, dass jeder Traum nicht nur seine Zeit hat, sondern auch sein Tempo, in dem er sich entfaltet:

Pushing is begging for trouble!

Seine Zeit

Träume sind wie Samenkörner, die in der Erde verborgen schlafen, bis sie durch die Wärme und entsprechende Umstände geweckt werden und zu wachsen beginnen.

Anders aber, als viele sich das wünschen, sind Träume keine feststehenden Geschichten, sondern Wolken unterschiedlicher Verläufe!

Nehmen sie den Samen eines kleinen Bäümchens im Wald. Es bildet einen Trieb aus, der sich durch die Erde an die Oberfläche arbeitet, um Licht einzufangen und nach unten weiterzuleiten. Von diesem Augenblick an ist vieles möglich. Aus diesem kleinen Bäumchen kann ein mächtiger Baum werden, der sehr alt wird – oder Futter für eines der Rehe, der den Trieb einen Tag später abbeißt und frisst.

Man kann sich vieles vorstellen, von vielem Träumen – aber nur, weil man sich etwas vorstellen kann, heißt das noch nicht, dass man die Kraft hat, die richtigen Geschichten in der richtigen Reihenfolge zu finden, um den Traum sich wirklich ganz ausformen zu lassen.

Sein Tempo

Die richtigen Geschichten in der richtigen Reihenfolge … das hat alles auch mit der richtigen Geschwindigkeit zu tun.

In Any given Sunday (Deutsche Fassung: An jedem verdammten Sonntag) heißt es:

1 Sekunde zu früh oder zu spät, ein paar Zentimeter zu weit oder zu kurz und schon passt es nicht. Das ist der Unterschied zwischen gewinnen und verlieren, zwischen Leben und Tod …

Ist vielleicht ein bisschen melodramatisch, aber nichts desto trotz ist es wahr.

Mike Nichols hatte am Broadway das Musical Annie inszeniert. Eine Szene, die dabei eigentlich lustig sein sollte, funktionierte aber nicht. Kein Zuschauerlachen. Er bat Robbins, einen bühnenerfahrenen Kollegen, sich die Szene anzuschauen – was er tat.

„Und?” fragte er, „was meinst du was ich ändern sollte?”

Robbins schaute sich die Szene an und die Ausstattung auf der Bühne.

„Dieses Handtuch da hinten, das sollte gelb sein!”

„Das ist alles?” fragte Nichols ungläubig … probierte es aber aus! Es funktionierte! Von da an lachte das Publikum nach dieser Szene jedes Mal. (Aus The Creative Habit, von Twyla Tharp)

So eng kann Erfolg und Misserfolg beieinander liegen.

Und deshalb braucht auch jeder Traum sein eigenes Tempo, um sich entfalten zu können – Sie brauchen Zeit, herauszufinden, was funktioniert und was nicht funktioniert, um dann Schritt für Schritt, Geschichte für Geschichte, Ihren Traum aufleuchten zu lassen.

Um Schritt für Schritt Ihren Traum leben zu können.

Geduld ist manchmal alles … und was ist Geduld anderes als ein Synonym für Liebe und Hingabe?

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