Krieg und Frieden

Viel Unruhe zur Zeit auf diesem Planeten – haben Sie nicht auch diesen Eindruck? Ukraine-Krise, Syrien, jetzt (wieder einmal) Irak, weltweit ständig größer werdende Flüchtlingsströme, Finanzkrise – das und vieles mehr und alles auf einmal.

Man könnte argumentieren und sagen, dies sei ein kriegerisches Universum.

Unser Körper ist ein regelrechtes Schlachtfeld zwischen Viren und Bakterien, von denen die einen uns schützen und die anderen uns gerne auffressen wollen. Die Natur scheint eine einzige Kette von fressen und gefressen werden zu sein – und jetzt, da sogar unser evangelikaler Bundespräsident sagt, es könne sein, dass man, um den Frieden zu wahren, auch mal militärisch handeln müsse, scheint alles auf diese Idee hinauszulaufen, dass eben überall ein Angriff lauert, dass man immer und überall darauf gefasst sein muss, sich zu verteidigen.

Ist Kampf also ein Prinzip dieses Universum?

Mit aller Entschiedenheit: Nein!

Wir wachsen nur in diesem Glauben auf! Egal wo man hinsieht, kultivieren wir den Gedanken der Konkurrenz, der Auslese, des Überlebens und des Kampfes. Gerade jetzt wieder, zur Zeit der Fußball-WM, kultivieren wir die Idee, am Ende könne eben nur einer gewinnen, während alle anderen besiegt sein werden. Wir lieben solche Ideen und solche Dramaturgien.

Aber sie sind nicht die Grundlage unseres Universums. Sie sind nur die Grundlage unserer Kultur und ich glaube, es ist höchste Zeit, das zu ändern!

Eine auf Konkurrenz beruhende Kultur überdauert, in dem sie Menschen erniedrigt.

Jules Henry

Alexander der Große, um eine Antwort auf Herrn Gauck zu geben, wurde nicht in einer Schlacht und auch nicht mit kriegerischen Mitteln besiegt, sondern durch ein großes Volk, dass sich eben nicht mit ihm schlagen wollte. Als Alexander in Indien einzog, sagten die ihm (sinngemäß): Du willst das Land? Kein Ding! Nimm dir, soviel zu willst. Ist genug da! Gib Bescheid, wenn du keine Lust mehr hast. Sicher, es gab ein paar Maharadschas, die meinten, man müsse ihm auf die Finger klopfen. Sie endeten alle auf dem Schlachtfeld. Nein, am Ende war es einfach so, dass keiner mehr Lust hatte, mit ihm zu kämpfen – was Alexander in eine tiefe Sinnkrise stürzte, von der er sich nicht mehr erholte.

Auf ganz ähnliche Weise brachten die frühen Christen in Rom das System von Brot und Spiele zu Fall – einfach in dem sie sich weigerten, gegen die Löwen oder um ihr Leben zu kämpfen. In dem sie sich weigerten, überhaupt zu kämpfen! Sie schlossen sich zusammen, sangen Lieder und erwarteten den Tod in der Arena mit freudigem Herzen – in Hoffnung auf ein besseres Leben im Paradies. Dem zuzuschauen, machte einfach keinen Spaß mehr – und so brach dieses System zusammen.

Konkurrenz macht gar nichts besser, aber als Ganzes betrachtet vieles schlechter! Der Kampf um Platz 1 auf irgend einer Liste ist nur für die toll, die es sich auf den Rängen bequem gemacht haben und den Gladiatoren frenetisch Applaus zollen – vor allem, weil sie wollen, dass die Spiele endlos weiter gehen.

Es gibt die Meinung, nur der Wille zum Sieg (oder um es mit den Werbe-Worten von Herrn Klopp zu sagen: nur die Lust am Gewinnen), bringe einen wirklich weiter. Ich halte das für falsch! Was kann denn ein Orchester gewinnen? Wen kann es besiegen? Und würden sich je Orchester bilden, wenn Musiker ständig damit beschäftigt wären, besser als irgend wer sonst zu spielen?

Liebe ist die Grundlage des Lebens und Kooperation die Grundlage der Lebensformen in diesem Universum!

rk-f

Atome tauschen miteinander Elektronen aus und bilden auf diese Weise Moleküle. Die wiederum verbinden sich mit anderen zu Makromolekülen bis hin zu Zellen. Zellen schließen sich zusammen und bilden Pflanzen, Tiere und Menschen. Das ist das Prinzip, das das Universum geschaffen hat!

Es ist ein (scheinbar sich selbst) orchestrierendes Miteinander.

Nur: Während alles, was lebt, auf diesem Planeten einen Platz hat, einen Platz von dem aus es nimmt und sich gibt, stellt sich die Frage, was wir Menschen (dem Plantensystem) zu geben haben, denn was wir uns nehmen, haben wir schon geklärt! Unsere Klärwerke sind voll davon! Und wie wir das tun, zeigen zahllose Schlachten und Massaker rund um den Globus.

Auf welche Weise also können wir uns selbst geben?

0 comments

It’s spirituality, stupid!

Gelegentlich kriege ich eine Mail mit der Frage: Wieso reitest du eigentlich immer wieder dieses spirituelle Dingsbums … hier meine Antwort:

Ganz grob gesagt, gibt es zwei Sorten von Menschen: Die, die total von sich überzeugt sind und die, die eher an sich zweifeln. Ich weiß, das ist eine grobe Verallgemeinerung, aber für das, was ich auszudrücken versuche, wird es gehen.

Ein Freund von mir ist Orchestermusiker. Hornist, um genau zu sein. Er erzählte mir folgendes: Wir haben im Orchester Musiker, die sind so unfassbar gut, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, wie ich neben denen bestehen kann – da bin ich über die Maßen dankbar, dass ich mit denen spielen darf. Nur darfts du sie kein Solo spielen lassen. Sie vergeigen’s! Wenn’s drauf ankommt, zweifeln sie an sich. Und dann haben wir im Orchester Musiker, die sind so durchschnittlich, dass ich mich immer wieder frage, wie die es ins Orchester geschafft haben – aber die musst du mal hören, wenn die ein Solo spielen! Als wären sie dafür geboren worden. Da ist absolut überhaupt kein Selbstzweifel. Sie sind die Besseren für Soli – nicht die besseren Musiker – aber weil man eher an Soli gemessen wird, sind es in der Regel diese Sorte Musiker, die im Rampenlicht stehen …

Übersetzt in die Welt der Geschäftseinsteiger, in die Welt derer, die gerne als Heilpraktiker starten möchten aber noch zögern, oder der Kosmetikerinnen, die das Gefühl haben, einfach zu wenig zu wissen, um ein Geschäft anzufangen bedeutet mein gestriges Posting das hier: Egal, wieviele Schwachstellen Sie bei sich sehen mögen, konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken – auf Ihre Sonnenseite. Und jedesmal, wenn Sie merken, dass Sie grad am Absaufen sind, weil es so vieles zu wissen gibt, das Sie nicht wissen, weil so vieles schief gehen könnte, lösen Sie sich von diesen Gedanken und Gefühlen und konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken und darauf, wessen Welt und wessen Leben Sie positiv verändern können, wenn Sie diese Stärken ins Leben rufen!

Wir alle sind spirituelle Wesen. Und das zuallererst. Aber das Spielfeld, auf dem wir uns als solche entdecken, auf denen wir unser Selbst aktivieren und entfalten, ist dieses Leben – und eben Ihr Geschäft, sollten Sie sich für ein Geschäft entschieden haben. Deshalb sind es immer zuerst spirituelle Prinzipien, um die es geht, die aber in Form von persönlichen oder geschäftlichen Entscheidungen wirksam werden wollen.

It’s spirituality, stupid! Spirituality in the first place!

0 comments

Etwas anderes sein wollen

Die sinnvolle Alternative zu negativem Denken ist nicht positives, sondern kritisches Denken.

M. Seligman
Flourish

Das was Sie sind, was Sie wirklich sind, ist so viel mehr als alles, was Sie sich vorstellen können. Unendlich viel mehr. Und wir unterscheiden uns im Grunde nur dadurch, welchen winzigen Teil unseres Seins wir uns für dieses Leben ausgesucht haben. Die einen kommen mit einem sehr positiven Bild von sich selbst in diese Welt, andere mit einem weniger positiven.

Nur, während die, die von Anfang an ein positives Bild von sich selbst haben, kaum eine Neigung entwickeln werden, etwas an sich selbst zu ändern und statt dessen lieber das Leben genießen, kämpfen die anderen zum Teil sehr heftig mit – oder besser: gegen sich selbst.

Das Dumme dabei ist: Je mehr jemand gegen eine in ihm liegende Überzeugung kämpft, ein Looser, ein Nichtsnutz oder was auch immer Dummes oder Negatives zu sein, desto tiefer zieht er (oder sie) sich da hinein! Man könnte es das Gesetz der umgekehrten Bemühung nennen.

Wenn Ihnen Ihr Sein nicht gefällt, liegt die Lösung eben nicht darin, es zu bekämpfen und/oder darin, etwas anderes sein zu wollen, sondern darin, sich von Ihrem augenblicklichen Sein zu lösen!

Die Lösung kann nur sein, Ihre Gedanken und Ihre Gefühle immer und immer wieder sanft in Ihre Hände zu nehmen, um sie dort wieder einzupflanzen, wo sie Wurzeln schlagen und aufblühen sollen.

Wenn Sie das tun, immer und immer wieder, unbeirrt und unermüdlich, wird das Leben selbst Ihre Welt zum Blühen bringen.

0 comments

Verwirklichungschancen

Eine zentrale Aufgabe der Politik wird … mehr denn je darin bestehen, für ausreichende Verwirklichungschancen der Menschen, Mitspracherechte und Transparenzgarantien zu sorgen, um so die Bürgerinnen und Bürger zu befähigen, unter der Vielfalt möglicher Lebensentwürfe frei wählen zu können.

Richard Sennet
Architekten der Arbeit

Ein Gedanke: Knappheit regelt den Preis, richtig? Ist ein ökonomisches Prinzip.

Wieso steigen die Löhne eigentlich wenn überhaupt dann nur langsam? Ausgehend von dem gerade genannten Prinzip: Weil nicht Beschäftigte knapp sind, sondern Arbeitsplätze. Und wenn man den Ökonomen und Soziologen glauben kann, ist das eines der tiefgreifenden und strukturellen Probleme Europas: Es gibt einfach zu wenig Arbeit.

Nächster Gedanke: Alles, was sich digitalisieren lässt, wird auch digitalisiert werden. Stimmen Sie dem zu? Ich hoffe es, denn es ist auch nicht zu bestreiten und demonstriert sich eindrucksvoll in den beiden Mega-Trends Big Data und Internet der Dinge.

Schlussfolgerung: Das Angebot an Arbeit im Sinne von Arbeitsplätzen wird weiter abnehmen, denn alles, was sich digitalisiert und automatisiert produzieren lässt, braucht keine menschlichen Hände mehr. Löhne werden eher stagnieren und proportional sinken, denn steigen.

Da Deutschland ökonomisch aber führend ist, schauen – zumindest scheinbar – alle auf uns und fragen sich, was man von uns lernen, bzw. übernehmen könnte. Ich frage mich das auch, was man von uns Deutschen in dieser Hinsicht übernehmen könnte – und, um ganz ehrlich zu sein – da fällt mir nichts ein!

Ein letzter Gedanke: Angenommen, nur die Hälfte aller Deutschen im arbeitsfähigen Alter beschlössen, sich auf eigene Füße zu stellen und ganz oder wenigstens halbtags ihr eigenes Ding zu machen – welchen Einfluss hätte das auf die Löhne, wenn plötzlich Arbeitskräfte knapp werden würden? Und angenommen, die Löhne stiegen – welchen Einfluss hätte das auf die Kaufkraft der Bevölkerung?

Sehen Sie irgendwo in Deutschlands ach so gepriesenen Bildungspolitik etwas, das auch nur annähend Schülerinnen und Schüler auf diese Art des Lebens vorbereitet? Oder nur ein ganz kleines bisschen? Ich nicht.

Aber es stellt aus meiner Sicht so ziemlich die einzige Lösung dar, den Menschen eine wirkliche Wahl zu ermöglichen, unterschiedliche Lebensentwürfe zuerst erkennen und dann auch verwirklichen zu können.

0 comments

Grandiosizität

Ist es nicht erstaunlich, mit welcher Faszination wir auf ein grandioses, ein großartiges Leben anderer schauen können – ohne dabei unsere eigene Größe im Blick zu haben?

Richard Branson z.B. begann seine Businesskarriere schon mit 15 und indem er so tat, als wäre er Agenturinhaber und in dem er als Telefonnummer die Nummer des Telefonhäuschens angab, dass vor der Tür der elterlichen Wohnung stand (in England ging das damals). Oder schau’n Sie sich Dirk Novitzki an, was der aus seiner Hingabe zum Basketball gemacht hat – und mit welchem Respekt praktisch alle Sportler, Fans und Journalisten das neidlos anerkennen.

Diese Liste ließe sich noch eine ganze Zeitlang fortsetzen und immer wieder würden die meisten zustimmend nicken und sagen, „Ja die (oder der), ja – wow! Unfassbar!”

Ich will jetzt gar nicht das Liedchen darüber anstimmen, was die Grandiosen alles für ihre Karriere opfern mussten – und bereit waren, dafür zu opfern. Nein, was mich beschäftigt, ist, warum so viele Menschen – eigentlich fast alle, die mir bis jetzt begegnet sind, das Grandiose der Stars sehen und anerkennen, ihre eigene Grandiosizität (meine Wortschöpfung! Bin ich nicht grandios?! 🙂 ) aber nicht!

Was ist daran so schwierig, sich selbst als das zu sehen, was man ist: Einzigartig! Großartig! Ein Wunder der Schöpfung! – was ist daran so schwierig? Sagen Sie mir jetzt nicht, dass schon Ihre Eltern Sie immer klein hielten – denn wenn Sie diesen Text hier lesen können, sind Sie alt genug, das hinter sich zu lassen! Und sagen Sie mir jetzt nicht, dass Sie zwar an sich glaubten, nur Ihre Umwelt nicht – denn das würde dazu führen, dass Sie Ihre Grandiosizität beweisen müssten … was den Zweifel immer mitnimmt.

… und wäre das Auge nicht sonnenhaft, es sähe die Sonne nimmer mehr.

J.W.v. Goethe

Alle Stars, alle großartigen Charakteren, Geschichten oder Ereignisse sind nur deshalb großartig, weil Sie sie so sehen – und wer weiß, ob es sie überhaupt gäbe ohne Sie!

Wäre es, einfach um mal einen Gegenentwurf zu bringen, nicht auch denkbar, dass all das Großartige, dass Sie sehen und erkennen können, nur deshalb existiert, weil Sie so sind?! Weil Sie so sind?! Und dass das einzige, noch fehlende – und von ihnen zu liefernde Bindeglied darin besteht, das Grandiose auf sich selbst zu beziehen?

Oder halten Sie es denn für so unwahrscheinlich, dass der einzige Grund, warum Sie in diesem Leben und in dieser Welt sind, darin liegt, Ihre Grandiosizität offenzulegen? So dass all die Leute, mit denen Sie in Kontakt kommen, ebenfalls an ihre eigene Grandiosizität erinnert werden können?

Wäre das nicht Auftrag und Bestimmung genug?

0 comments

Time out

Als ich die Tür geöffnet hatte, standen drei kleine, ältere Damen vor mir. Allesamt zaghaft lächelnd. Drei Zeugen Jehovas. Irgendwie wie die drei heiligen Königinnen 😉

Ob ich Interesse an einem Gespräch über Gott hätte.

„Aber ja!,” sagte ich – und löste blankes Entsetzen aus.

Offensichtlich hatten sie anderes erwartet, aber nachdem sie sich gefangen hatten schlugen sie vor, mich anrufen und einen Termin vereinbaren zu lassen. Ob ich ihnen zu gefährlich war? 🙂

Zwei Wochen später saßen ein junger Mann und seine ebenso junge Frau an meinem Wohnzimmertisch bei Kaffee und Keksen.

„Wollen wir zuerst die Spielregeln vereinbaren?” fragte ich.

Beide schauten verdutzt: „Spielregeln?”

„Ja – Spielregeln. Schau’n Sie, ich bin sicher, sie kennen jeden Buchstaben in der Bibel. Da kann ich nicht mithalten und offengestanden bin ich an keinem Gespräch über die Bibel interessiert. Deshalb schlage ich vor, wir lassen alles, was die Bibel betrifft so gut es eben geht außen vor und tun das, wozu wir uns verabredet haben: Wir sprechen über Gott … was Sie denken, was ich denke – ganz zwanglos. Einverstanden?”

Wir verbrachten angeregte, inspirierende, erstaunliche zwei Stunden miteinander. Zwei Stunden, die ich nicht mehr hergeben wollte. Und wir gingen auseinander, trafen uns nie wieder, und doch denke ich immer wieder gerne an dieses Gespräch zurück. Wäre schön, wenn es diese beiden auch so hielten. 🙂

Das liegt schon sicher 25 Jahre zurück – und eingefallen ist mir dieses Erlebnis, als ich heute mittag Elizabeth Lessers Ted-Talk gehört habe.

Schon seit einiger Zeit frage ich mich, ob Facebook, G+, Xing, LinkedIn, Pinterest … ob alles das wirklich auch nur in der Nähe eines wirklichen Gespräches sein kann – obwohl es einem das Gefühl vermitteln kann, es sei so. Nein, nein, nicht, dass ich das kritisieren möchte – jeder so wie es ihm gefällt. Und alles das hat sicher seine Vorteile. Aber, um ganz ehrlich zu sein, dafür habe ich eigentlich kaum noch Zeit – für FB & Co. … oder besser: dafür nehme ich mir kaum noch Zeit. Einfach, weil ich wirkliche Gespräche immer mehr vermisst habe.

Nun lässt sich die Zeit sicher nicht zurück drehen – und wer wollte das schon. Und doch – es gefällt mir, dass meine Tante bemeckert, zu Weihnachten und am Geburtstag Fluten von emails zu bekommen, aber praktisch keine Karten mehr, sie es aber lieber umgekehrt hätte. Und ist es nicht so, dass ein handgeschriebener Brief, den man aus dem Briefkasten fischt, immer noch etwas Besonderes ist? Heute mehr denn je?

Aus einem kurzen Chat kann ich durchaus interessante und anregende Gedanken holen, keine Frage, wirklich magische Momente erlebe ich aber nur während echter Gespräche: Wirkliche Menschen, wirkliche Stimmen – und warum sollte ich weniger wollen?

So gesehen ist es zum einen immer mal wieder Zeit für ein Time out, für ein Ausbrechen aus einer sich still und leise ergebenden Beiläufigkeit und zum anderen für ein Time out – für eine Zeit draußen – ganz so, wie es Elizabeth Lesser vorschlägt: mit einem Andersdenkenden.

0 comments

Eindeutig zweideutig

Ausschnitt aus meinem Notizbuch Ich arbeite z.Zt. an einem Projekt, dass sich mit Schlaf beschäftigt. Die Wissenschaft hat in den letzten Jahren eine Menge Einblick in dieses Thema gewonnen – und, wie so oft, ist das, was sich später in den Veröffentlichungen findet, eindeutig zweideutig 🙂 Wie man an dem nebenstehenden Bild vielleicht erkennen kann, das ich heute morgen schnell mal aus meinem Notizbuch abfotografiert habe.

Der erste Artikel argumentiert für das Aufteilen des Schlafs in 90-Minuten-Häppchen – oder anders formuliert: Es ist vielleicht nicht so wichtig, wann man ins Bett geht, sondern wie lange man schläft, zum einen, und zum anderen, dass man die Aufstehzeit ins Visier nimmt (meinetwegen 07:30 Uhr) und von dort aus in 90-Minuten-Schritten zurück geht, um die optimale Schlafdauer und den richtigen Schlafzyklus zu erwischen. Hier scheinen Wissenschaftler entdeckt zu haben, dass der Schlaf in Dreierzyklen verläuft: Leicht-, Mittel- und Tiefschlafphase – man also am besten zu Beginn des Leichtschlafzyklus aufwacht. Und, und das ist jetzt das Feine, dazu gibt es eine App, die man mit ins Bett nimmt …

Der Artikel, auf den der nach untenweisende Pfeil zeigt, sagt, dass vor allem Smartphones – genauer das Licht, das Smartphones emmitieren – den Schlaf enorm stört … 🙂

Klasse, oder?

Das mit der Schlafdauer, den Schlafzeiten, etc. ist so eine Sache, und je länger und mehr Selbstversuche ich mache, desto klarer wird, dass Schlaf – oder besser: das Ergebnis des Schlafs, etwas höchst Individuelles ist, von vielen Variablen bestimmt, die wiederum von Mensch zu Mensch unterschiedlich großen Einfluss haben.

Und gilt diese Beobachtung nicht für alles im Leben?

  • Wenn Sie etwas über richtige Ernährung wissen wollen, kaufen Sie sich ein Buch; wenn Sie tiefer einsteigen wollen, kaufen Sie ein zweites – und wenn Sie jede Übersicht verlieren wollen, kaufen Sie ein drittes!
  • Wenn Sie wollen, kann ich Sie auf zahllose Blogartikel verweisen, die regelrecht stürmisch dafür plädieren, möglichst oft zu bloggen; und, selbstverständlich, kann ich Ihnen Veröffentlichungen zeigen, die genau das Gegenteil sagen und meinen, wenn überhaupt bloggen, dann vielleicht einmal im Monat. Und beide Begründungen ergeben absolut Sinn!
  • Da gibt es die einen, die Abgesänge auf Facebook trällern und die anderen, die sagen, alles nur falsch verstanden (ersetzen Sie je nach Gusto Facebook durch G+, Twitter, Pinterest, Instagram, etc.pp.)

… und so weiter und so fort.

Es wäre so schön, wenn man immer sagen könnte: Das hier sind die Fakten, die immer und für jeden gelten. Ja, wäre so schön – nur, so isses nicht! Und, umgekehrt, sich vor Meinungen zu verschließen, von denen es nun mal sehr viele und wirklich auch fundierte gibt, geht auch an der Realität vorbei.

Was also bleibt?

Ihre Intuition! Die so oft genannte, immer wieder missverstandene, so häufig unterentwickelte Stimme Ihres Herzens! Sie ist Ihr Werkzeug, aus etwas Generellem etwas Persönliches zu machen, etwas Einzigartiges. Vor allem im Geschäftsleben!

Ihr Herz(zentrum), im wörtlichen Sinne, liegt zwischen Bauchgefühl und Verstand – und das nicht nur zufällig. Es soll diese beiden Zentren miteinander versöhnen und sie in entsprechende Schranken weisen! Zuviel Verstand entfernt Sie von sich selbst, und zuviel Bauchgefühl fast noch mehr. Aber wann und wie sich beides richtig zügeln lässt, ist in keinem Katalog abzulesen. Es muss aus Ihrem Inneren kommen, aus dem Bereich jenseits der Gedanken – aus Ihrer Intuition.

Gerade deshalb braucht es im (Geschäfts-)Leben solche widersprüchlichen Gemengelagen, um eben nicht eindeutig zu sein, also zu viel Verstand oder zuviel Bauchgefühl im Spiel zu haben. Zuviel Verstand verwandelt alles in handelbare Waren und zuviel Bauch macht daraus riesige Müllberge.

Wir brauchen eindeutige Zweideutigkeiten – oder noch besser: Vieldeutigkeiten, die uns – wenn auch erzwungene – Gelegenheiten verschaffen, runterzubremsen oder gar anzuhalten, um in uns selbst nach Orientierung zu suchen. Wo denn sonst? Nach eindeutigen Lösungen, die unsere persönliche Identität widerspiegeln, nicht notwendigerweise die beste ökonomische Lösung.

Denn, und davon bin ich zutiefst überzeugt, wir sind nicht in diese Welt gekommen, um möglichst viel Geld zu vererben oder möglichst immer das neueste Smartphone zu haben; auch nicht, um Platz eines irgend einer Top-Ten-Liste zu belegen; wir sind gekommen, um unser Selbst zu entfalten – zusammen mit allen anderen.

Miteinander, nicht gegeneinander.

0 comments

Kannst du helfen?

Vor einer Weile habe ich aus einer spontanen Laune heraus mal wieder mit dem Schreiben begonnen. Nee, nicht Blogartikel, das mache ich ja ohnehin, nein, Geschichten. Mir war beim Kochen eine Geschichte eingefallen, die ich schon vor zwanzig Jahren schreiben wollte, die ich sogar schon mal anskizziert hatte, die dann aber irgendwann im Mülleimer gelandet war.

Wie auch immer, diese Geschichte fiel mir ein, ich setzte mich an die Maschine, fing an zu tippen – und hatte einen Riesenspaß! Tat mir gut! Echt!

Geschickterweise war Sonntag abend als ich fertig war. Also rief ich Anne Busch an, die Arme! Sie musste sich den ganzen Kram vorlesen lassen 🙂 Und muss es sich jetzt immer wieder anhören, wenn was Neues dazu gekommen ist (Danke, Anne, an dieser Stelle!) 🙂

Es passierte etwas Merkwürdiges: Anne ermunterte mich zum Vorlesen! Und ich finde zunehmend Gefallen daran! Total erstaunlich!

Warum schreibe ich das hier?

Weil ich Sie ermuntern möchte, immer mal wieder um Hilfe zu bitten! Es muss ja nicht gleich ein professioneller Coach oder Mentor sein, den Sie bezahlen müssen. Aber Sie haben Freunde! Sie haben Familie! Sie haben Kollegen! Es gibt so viele Menschen um Sie herum, die Sie ganz einfach ‚mal um einen Gefallen bitten können, die auch gerne helfen wenn es darum geht, einen kreativen Entwurf zu betrachten und zu kommentieren.

Ja, stimmt schon, Sie sollten nicht unbedingt durch die Gegend rennen und jeden anhauen. Und ganz sicher eignet sich auch nicht jeder dafür, ihnen konstruktives Feedback zu geben, aber ich bin sicher, Sie werden den oder die Richtige finden!

Und stellen Sie sich darauf ein, dass der- oder diejenige sich nicht nur gut damit fühlt, geholfen zu haben. Kann gut sein, dass die Betrachtung und der Kommentar etwas Kreatives im Helfer selbst auslöst – und schließlich dazu führt, die Gefälligkeit zu erwiedern. Und wäre das nicht wunderbar?

0 comments

Sich selbst ändern

„Wer sich selbst nicht managen kann, kann überhaupt nichts managen!”

Klingt martialisch, irgendwie, oder?

Trifft es zu?

Ich weiß es nicht.

Denkbar ist, dass jemand funktionierende und effektive Gewohnheiten anerzogen bekommen hat und dann im Grunde gar kein Selbstmanagement betreibt, sondern nur funktioniert – das aber sehr gut.

Und, ja, umgekehrt, glaube ich, dass oft selbst die besten Geschäftsideen nicht aufgehen, wenn der, der sie umsetzen will, nicht diszipliniert genug ist und nicht sieht, dass er (oder sie) selbst es ist, der/die sich ändern muss, um eine Katastrophe zu vermeiden.

So gesehen glaube ich, dass viele – allen voran ich selbst – immer wieder an diversen Stellschräubchen des eigenen Selbstmanagements zu drehen haben, um nicht selbst das größte Problem darzustellen, dass ein Geschäft hat!

Aber sollte man nicht annehmen, dass ab einem gewissen Alter oder doch wenigstens ab einem bestimmten Maß von Erfahrung alle Stellschräubchen eingestellt sind? Oder sein sollten?

Auch das weiß ich nicht – und wenn es so wäre, würde ich eher glauben, dass das nicht die Lösung, sondern eher ein Problem ist. In einem sich ständig ändernden Umfeld (und welches ändert sich nicht ständig?!) ist schwer vorstellbar, dass immer die gleiche Einstellung und immer die gleiche Vorgensweise den gleichen Erfolg bringt.

Wie auch immer, wenn man also entdeckt hat, dass man etwas an sich ändern muss, sollte man das doch auch tun. Die Frage ist, ob man es kann!

Es gibt viele Untersuchungen, die sich mit Veränderungen beschäftigt haben. Sie alle zeigen, dass Veränderungen, vor allem am eigenen Verhalten, keineswegs per Knopfdruck installiert werden können. Schön wär’s! Selbst ganz einfache Veränderungen wie jedesmal vor dem Essen ein Glas Wasser zu trinken, braucht bis zu vier Wochen, bis daraus ein einigermaßen stabiles Muster geworden ist.

Welchen Aufwand wird man also erst treiben müssen, wenn es um ganz tiefsitzende Denkgewohnheiten geht?!

Ich bin dieser Tage über einen Satz gestolpert, der mir viel Inspiration in diesem Sinne gegeben hat – ich möchte ihn hier gerne an Sie weiterreichen:

Ersetzen Sie Ihre Neigungen und Vorlieben durch neue und bessere, aber tun Sie es aus einem Geist der Liebe heraus – der Liebe sich selbst gegenüber.

In diesem Sinne: Happy changing 🙂

0 comments